• vom 15.01.2013, 18:04 Uhr

Schule


Ganztagsschule

Bedarf an Ganztagsschule steigt




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  • Bildungsbericht-Autoren empfehlen Ausbau der verschränkten Schulform.



Wien. In der öffentlichen Debatte über die Ganztagsschule gibt es wohl nur einen einzigen unstrittigen Punkt: Der Bedarf für diese Schulform steigt und steigt. Dennoch dauerte es im Vorjahr Monate, bis sich die Regierung auf den Ausbau der Ganztagsschule verständigen konnte, und die Einigung hatte Fußnoten: weiterhin sehr hohe Hürden für die verschränkte Form dieser Schulform.


Denn Ganztagsschule ist eben nicht gleich Ganztagsschule. Und selbst in der Frage, ob die Schüler am Nachmittag nur betreut werden ("offene Form") oder sich Freizeit und Unterricht über den ganzen Tag verteilen ("verschränkte Form"), herrscht in der Koalition ein ähnlich großer ideologischer Dissens wie beim Thema Wehrpflicht.

Die Autoren des Nationalen Bildungsbericht 2012 kommen in ihrer Studie zum Schluss: "Insgesamt sprechen die Forschungsbefunde deutlich für den Ausbau der verschränkten Form der Ganztagsschule." Denn derzeit dominiert bei den ganztägigen Schulformen die reine Nachmittagsbetreuung. Gleichzeitig wird in einer Bedarfsschätzung für 2015 unter Heranziehung der Ausbaupläne eine Betreuungslücke von 30.000 bis 50.000 Ganztagsplätzen errechnet.

Gegenwärtig gibt es an etwa 1500 Schulen Ganztagsplätze, allerdings zeigte sich bei einer Befragung der Schulleiter, dass 86 Prozent dieser Schulen nur die offene Form anbieten. Lediglich sieben Prozent haben ein voll verschränktes Ganztagsangebot. Besonders wenige verschränkte Angebote gibt es in Niederösterreich und der Steiermark, die meisten in Wien und Vorarlberg.

Als größte Hindernisse wird von den Direktoren mangelnde Zustimmung der Eltern, ungeeignete bauliche Strukturen und geringe Unterstützung durch den Schulerhalter genannt, die zuletzt heftig diskutierte Blockademöglichkeit der Lehrer beim verschränkten Unterricht spielt dagegen kaum eine Rolle. Trotzdem plädieren die Studienautoren für ein Überdenken der Erfordernis einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Lehrer für die Einrichtung verschränkter Ganztags-Formen.

Derzeit werden rund 15 Prozent der Volksschüler ganztägig schulisch betreut (verschränkt: 3,6 Prozent; offen: 11,7 Prozent) und zwölf Prozent der Schüler an AHS-Unterstufen, Hauptschulen und Neuen Mittelschulen.




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Dokument erstellt am 2013-01-15 18:08:06


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