• vom 29.08.2014, 16:12 Uhr

Schule

Update: 01.09.2014, 07:52 Uhr

Schule

Ausgeben und Einsparen




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Von Bettina Figl

  • Schulbeginn und viele Neuerungen: "Förderung 2.0", Zentralmatura, NMS-Ausbau trotz Einsparungen.


© dpa/Arne Dedert © dpa/Arne Dedert

Wien. Der Schulbeginn steht vor der Tür und bringt einige Neuerungen mit sich: Die Stadt Wien will im kommenden Schuljahr schwache Schüler zusätzlich fördern. Beim außerschulischen Projekt "Förderung 2.0" machen ab Herbst die Wiener Volksschulen den Anfang. Im Sommersemester 2015 - also kurz vor den Wahlen in Wien - folgen die Neuen Mittelschulen, Hauptschulen sowie die AHS-Unterstufe, Kostenpunkt: 20 Millionen Euro pro Jahr.

Wer gefördert wird, entscheiden Lehrer und Eltern
In den Volksschulen soll es pro Klasse in der Regel zwei Stunden zusätzlich pro Woche geben, der Schwerpunkt liegt auf Lesen, Schreiben, Rechnen sowie auf Deutsch als Zweitsprache. Außerdem hilft die Lehrerin bei Bedarf bei den Hausaufgaben. Die Volksschuldirektoren, die Ende dieser Woche im Detail über das Projekt informiert wurden, sind dem Projekt durchwegs positiv gesinnt. Unterrichten sollen die bereits an der Schule tätigen Lehrer, jedoch die Klassenlehrer nicht die Schüler ihrer eigenen Klasse. Sollten diese ihre Lehrverpflichtung nicht mehr aufstocken können, werden zusätzliche Lehrer geholt.


Auf die Lehrer kommt also mehr Arbeit zu, doch dass diese bezahlt wird und der bisherige Förderunterricht erhalten bleibt, ließ sie aufatmen. Und auch dass es Kleingruppen von fünf bis 12 Schülern sein werden, kommt bei den Lehrern gut an. Endgültig ins Boot geholt haben dürfte die Lehrerschaft aber, dass die Schulen in der Gestaltung frei sind: "Die Lehrer haben sehr viel Mitspracherecht", heißt es aus dem Büro von Stadtrat Christian Oxonitsch.

Die Schulen entscheiden autonom, ob die Stunden geblockt, einzeln oder klassenübergreifend abgehalten werden und welche Schüler in den Genuss der "Gratis-Nachhilfe" kommen. Und auch die Eltern dürfen mitreden: Die Teilnahme am Förderunterricht ist freiwillig und bedingt das Einverständnis der Eltern. Auch sie können vorschlagen, dass ihre Kinder zusätzlich unterstützt werden sollen. Es handle sich aber nicht um "Gratis-Nachhilfe" für Kinder, die in einem Fach ein "Gut" haben und lieber ein "Sehr Gut" hätten, um in die AHS zu kommen, betont eine Direktorin im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Die Förderstunden finden entweder um 12 Uhr direkt nach dem regulären Unterricht oder nach einer ein- bis zweistündigen Mittagspause am Nachmittag in der Volksschule des Kindes statt. Prinzipiell sind sie für Kinder mit sehr schwachen Leistungen gedacht oder für jene, bei denen eine Klassenwiederholung oder der Unterricht nach Sonderschullehrplan im Raum steht. Auch wenn Hausaufgaben nicht erledigt werden oder sich ein starker Leistungsabfall bemerkbar macht, soll ihnen die "Förderung 2.0" zuteil werden - die "Förderung 1.0" erfolgt am Vormittag für alle Kinder.

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Dokument erstellt am 2014-08-29 16:14:07
Letzte Änderung am 2014-09-01 07:52:39


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