• vom 23.11.2016, 16:41 Uhr

Schule


EU-Bildungsmonitor

Das Bildungssystem ist "nicht so schlecht"




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  • Bildungsmonitor der EU-Kommission sieht Österreich im Mittelfeld.

Die große Zahl von Flüchtlingen sieht die EU-Kommission als Herausforderung. - © G. Welters/laif/Picturedesk

Die große Zahl von Flüchtlingen sieht die EU-Kommission als Herausforderung. © G. Welters/laif/Picturedesk

Wien. Österreich steht laut EU-Kommission im Bildungsbereich relativ gut da: Der Anteil an Schulabbrechern ist im EU-Vergleich gering, das Berufsbildungssystem eines der besten in der Union und die Beteiligung an Weiterbildung vergleichsweise hoch. Ein am Mittwoch in Wien präsentierter Bericht sieht allerdings auch Schwächen: In Österreich hänge etwa der Bildungserfolg zu stark von der Herkunft ab.

"Wer reich ist, wessen Eltern gute Bildung haben, hat bessere Chancen, selber Bildungserfolg zu haben", kritisierte Michael Teutsch von der Generaldirektion Bildung und Kultur der EU-Kommission bei der Präsentation des "Monitor für die allgemeine und berufliche Bildung 2016". Das sei zwar auch in anderen europäischen Ländern der Fall, der Einfluss sei in Österreich aber bekannterweise relativ hoch.


Diese Schieflage zeigt sich auch bei der eigentlich vergleichsweise geringen Schulabbrecherquote (7 Prozent gegenüber 11 Prozent im EU-Schnitt): Während nur 5,5 Prozent der im Inland Geborenen frühe Schul- und Ausbildungsabbrecher sind (maximal Abschluss einer Hauptschule, Polytechnischen- oder einjährige berufsbildende mittleren Schule/BMS), fallen 19 Prozent der im Ausland geborenen Jugendlichen in diese Kategorie.

Weitere aktuelle Herausforderungen im Bildungsbereich sind laut Teutsch die Integration von Flüchtlingen und der Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (Mint). Teutsch räumte ein, dass Österreich derzeit vor einer etwas anderen Herausforderung stehe als während der Balkankriege, da ein guter Teil der aktuellen Flüchtlinge nur einen geringen Bildungsstand habe. Das Gute sei aber: "Wir wissen relativ genau, was man machen kann."

Im Mint-Bereich hat Österreich aus Sicht der EU-Kommission gleichzeitig seine Stärken und Schwächen: Viele andere EU-Mitgliedsstaaten würden derzeit an einem Modell wie der HTL arbeiten, die eine technische Ausbildung mit der Möglichkeit zum sofortigen Berufseinstieg bietet, aber auch den Weg an die Hochschulen offen lässt.

Manko im Mint-Bereich sei aber, dass viele Absolventen "nur" einen HTL- oder Bachelorabschluss machen, höhere Abschlüsse wie Master oder Doktorat seien verhältnismäßig selten. Die Dominanz niedriger Abschlüsse in diesem Bereich könnte allerdings "negativen Einfluss auf Forschung und Innovation haben" und Österreich daran hindern, zu den innovativsten Nationen aufzuschließen, heißt es.

Ein weiterer Knackpunkt ist für die EU-Kommission die Hochschulfinanzierung. Da werde zu wenig für die Verbesserung der Lehre getan. Im Bericht werden als Fehlbetrag 500 Millionen Euro angeführt - jene Summe, die die Universitätenkonferenz (Uniko) für die kommende Leistungsvereinbarungsperiode (2019-2021) pro Jahr zusätzlich einfordert.




Schlagwörter

EU-Bildungsmonitor, Bildung

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Dokument erstellt am 2016-11-23 16:44:05


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