• vom 19.01.2018, 08:03 Uhr

Schule


Modellregion

Kurs auf Gesamtschule




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  • Wien startet mit den Vorbereitungen auf das Projekt Modellregion mit einer "flächendeckenden Gesamtschule".

Die neuen Modellschulen müssten besser sein als die Neue Mittelschule und die AHS-Unterstufe, so Himmer. - © apa/Hochmuth

Die neuen Modellschulen müssten besser sein als die Neue Mittelschule und die AHS-Unterstufe, so Himmer. © apa/Hochmuth

Wien. In Wien starten demnächst die Vorbereitungen für die Einrichtung einer Modellregion zur "gemeinsamen Schule". In den nächsten sechs Wochen sollen Steuerungs- und Projektgruppe, wissenschaftliche Begleitung und eine Ansprechperson nach außen stehen, so Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer (SPÖ). "Wir wollen aber nichts aus dem Ärmel schütteln, nur damit wir auch eine Modellregion haben."

Genau wie Vorarlberg wolle Wien die gemeinsame Schule flächendeckend erproben. Im Unterschied zum Ländle erlaubt die gesetzliche Beschränkung auf 5000 Schüler der AHS-Unterstufe der Hauptstadt diese Maßnahme aber nicht. "Es ist daher nur ein kleiner Spalt, der aufgeht." Außerdem fehlten noch Vorgaben vom Bund, etwa zu gemeinsamen Lehrplänen.


Auf eine konkrete Region wollte sich Himmer nicht festlegen. "Das macht auch nicht sehr viel Sinn, weil wir wissen, dass es viel Überzeugungsarbeit braucht. Wir müssen Eltern und Lehrern klarmachen, was der Vorteil einer gemeinsamen Schule ist. Das bedeutet: Die neuen Modellschulen müssen besser sein als die Neue Mittelschule und die AHS-Unterstufe. Sonst werden wir keine Zustimmung von Eltern und Lehrern bekommen." Ein neues Modell bedeute für die Lehrer zunächst einmal viel Zusatzarbeit. "Daher wird der erste Reflex sein: ‚Bitte bei uns nicht.‘" Daher wolle man zunächst Argumente sammeln, dann die Finanzierung sichern und erst dann die Standorte festlegen.

Neues Lehrerdienstrecht
Für sehr ambitioniert hält Himmer die Pläne der Regierung zur Erarbeitung eines neuen Lehrerdienstrechts. "Ich kann aus Erfahrung sagen, dass das sehr schwierig ist", so der ehemalige Gewerkschafter und Teilnehmer an den letzten Dienstrechtsverhandlungen - wobei er ein gemeinsames Regelwerk für alle Pädagogen vom Kindergarten bis zur Uni durchaus begrüßen würde. Allerdings müsse man sich auf ein Langzeitprojekt einstellen: "Das bedeutet jahrelange Verhandlungen mit den Personalvertretern - nicht allein aus Böswilligkeit, sondern weil die Dienstrechte durch das jahrzehntelange Herumbasteln daran wirklich unglaublich kompliziert geworden sind. Jetzt nach dem Dienstrecht 2015 noch einmal zu beginnen, bedeutet eine riesige Baustelle, die man sich aufmacht."

Ein zusätzliches parallel laufendes Dienstrecht stelle auch die Verwaltung vor Probleme, so Himmer. Diese sei durch Einsparungen sowie die wachsende Zahl an Schülern und Lehrern in Wien ohnehin schon überlastet. "Die Schülerbeihilfe hat vor zehn Jahren 4000 Anträge jährlich bearbeitet. Jetzt sind es 8000 bei einem Drittel weniger Mitarbeiter." Dazu kämen jährlich neue Anrechnungsbestimmungen für Vordienstzeiten und mehr Quereinsteiger in den Lehrerberuf. "Wir sind hier im Haus am Ende der Leistungsfähigkeit angelangt." 2012 habe der Stadtschulrat über ein Budget von drei Millionen Euro verfügt. "Jetzt sind es 1,7 Millionen. Das geht sich bald nicht mehr aus."

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Dokument erstellt am 2018-01-19 08:08:05


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