• vom 14.06.2018, 13:57 Uhr

Schule

Update: 14.06.2018, 14:18 Uhr

Schule

NEOS und Grüne kritisieren die Aufhebung des Gleichstellungs-Erlasses




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Von WZ Online, APA

  • Laut Bildungsministerium ist diese bereits in den Lehrplänen verankert, neuer Erlass sei in Vorbereitung.

Ein Mädchen in einem Klassenzimmer in einer Wiener Volksschule. 

Ein Mädchen in einem Klassenzimmer in einer Wiener Volksschule. © APAweb / Harald Schneider Ein Mädchen in einem Klassenzimmer in einer Wiener Volksschule. © APAweb / Harald Schneider

Wien. Im Zuge der Anfang des Jahres gestarteten Entrümpelung der Schulverwaltung hat das Bildungsministerium bisher 200 "obsolete und redundante" Rundschreiben und Erlässe aufgehoben. Erwischt hat es dabei auch den von Ex-Ressortchefin Elisabeth Gehrer (ÖVP) stammenden "Grundsatzerlass zum Unterrichtsprinzip Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern" aus 1995.

Parlamentarische Anfrage der Grünen

Die grüne Bundesrätin Ewa Dziedzic hat dazu eine parlamentarische Anfrage gestellt, in der es heißt: "Die Berufswahl hat einen entscheidenden Einfluss auf das berufliche Fortkommen von Frauen, ihre Erwerbs- und Einkommenschancen. Die Weiterentwicklung feministischer Bildungskonzepte und Gender Mainstreaming im Schul- und Bildungswesen ist daher besonders wichtig. Der Fortschreibung traditioneller Geschlechterrollen könnte im schulischen Bildungswesen durch geeignete Maßnahmen entgegengewirkt werden."

Kritik daran kommt auch von den NEOS. "Das 'Unterrichtsprinzip Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern' soll dazu beitragen, alle im Bildungsbereich tätigen Personen zu motivieren, Fragen der Gleichstellung der Geschlechter verstärkt in den Lehrinhalten der Lehrpläne, im Unterricht, in den Schulbüchern und sonstigen in Verwendung stehenden Unterrichtsmitteln zu berücksichtigen sowie die Diskussion an den Schulen über diese Themen zu intensivieren", wird gleich zu Beginn des Erlasses als Ziel ausgegeben.

NEOS: "Kein Wille zur Vermittlung von Geschlechtergerechtigkeit"

Für NEOS-Frauensprecherin Claudia Gamon zeigt die Aufhebung, "dass es von Regierungsseite keinen Willen dafür gibt, Geschlechtergerechtigkeit in der Schule zu vermitteln". "Die Regierung beschließt zwar populistische Maßnahmen wie das Kopftuchverbot unter dem Deckmantel der Gleichstellungspolitik, ist aber gleichzeitig nicht bereit, Gleichstellung in der Schule fächerübergreifend zu thematisieren", so Gamon zur APA.

Im Bildungsministerium betont man auf APA-Anfrage dagegen, dass man zwar das Rundschreiben Gehrers aufgehoben habe, nicht aber das Unterrichtsprinzip. Dieses sei mittlerweile wie im Erlass intendiert in den Lehrplänen aller Schultypen verankert. Aufgrund des Alters der Rundschreibens werde dieses derzeit überarbeitet und neu gestaltet.





Schlagwörter

Schule, Gleichberechtigung, Gender

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-14 14:01:54
Letzte Änderung am 2018-06-14 14:18:44


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