• vom 20.07.2018, 16:22 Uhr

Schule

Update: 20.07.2018, 18:05 Uhr

Medien

Selbstfindung via App




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Bedeutung des Erzählens
Und Mitgestalten und Mitteilen sei ganz besonders für Junge ein wichtiger Bestandteil des Erwachsenwerdens. Viele von ihnen würden sich nämlich über Erzählungen ihre Identität schaffen. Bestimmte Erzählstrukturen und -motive finden sich dabei sowohl in mehrbändigen Romanen wie Harry Potter, aber auch in sogenannten "small stories" auf Twitter und Co. In Einzelprojekten wollen die Wissenschafter nun herausfinden, wie dieses Erzählen in neuen Medien mit der Identitätsbildung genau zusammenhängt.

Bei der Selbstfindung spielen der Expertin zufolge auch psychosoziale Prozesse eine Rolle. Durch die Kategorien, die man auf sozialen Netzwerken auswählen kann, würden sich die Menschen erst bewusst, dass zum Beispiel ein Beziehungsstatus Teil einer Identität sein kann.

Zuerst müssen sich allerdings erst die sieben Forschungsbereiche in der Plattform annähern, denn es habe sich bisher gezeigt, dass viele Begriffe diskutiert und zum Teil auch neu definiert werden müssen, berichtet Reichl. Lernen oder Identität sind sowohl in der Psychologie als auch in der Soziologie zentrale Begriffe. Und Medien sind für Kommunikationswissenschafter etwas anderes als für Philosophen. In Theorie- und Methodenworkshops sollen deshalb gemeinsame Grundlagen für das gemeinsame Projekt geschaffen werden.

Potenzial in Schulen nutzen
Das Wissen, das #YouthMediaLife erarbeiten wird, soll auch weit über die Hochschule hinaus einen sichtbaren Effekt haben. "In Amerika wird digitale Medienbildung viel stärker gefördert und ist häufiger in Lehrplänen verankert, erklärt die Forscherin. In Österreich spiele "digital literacy" dagegen bisher keine besonders große Rolle, obwohl die Kompetenzen in diesem Bereich immer wichtiger werden.

Ganz besonders für Schulen und Lehrer stellen digitale Medien oft eine Herausforderung dar. Dem Verbieten von Smartphones im Unterricht stünde die Möglichkeit gegenüber, digitale Medien für das Lehren und Lernen, unter anderem von Fremdsprachen, zu nutzen. "In diesen Medien steckt unglaubliches Potenzial", ist Reichl überzeugt. Deshalb wolle die Forschungsplattform Wissen an die Schulen weitergeben und überlegen, wie dieses Potenzial für Schüler und Lehrer umgesetzt werden kann.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-20 16:29:05
Letzte Änderung am 2018-07-20 18:05:28


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