• vom 27.08.2018, 17:27 Uhr

Schule

Update: 27.08.2018, 17:47 Uhr

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Das Schuljahr startet mit Neuerungen




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  • Deutschförderklassen, mehr Schulautonomie, schärfere Schulschwänz-Regeln kommen.

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Wien. (temp/apa) Am kommenden Montag startet in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland das neue Schuljahr 2018/19, das ein Konvolut an Neuerungen mit sich bringt. So wird es die ersten Deutschförderklassen geben, zudem soll durch eine gesetzliche Neuregelung das Schulschwänzen eingedämmt werden. Darüber hinaus treten zahlreiche Bestimmungen zum Ausbau der Schulautonomie in Kraft. Und: Auch im neuen Schuljahr hat man mit dem Lehrermangel zu kämpfen.

Die Anzahl der Deutschförderklassen soll laut Bildungsministerium bei rund 700 liegen. In diese kommen Kinder, die dem Unterricht wegen sprachlicher Probleme nicht ausreichend folgen können und als außerordentliche Schüler eingestuft wurden. In 15 bis 20 Wochenstunden wird hier nach
eigenem Lehrplan Deutsch unterrichtet - für Gegenstände wie Zeichnen, Musik oder Turnen werden die Kinder den Regelklassen zugeteilt.


Deutschförderklassen noch nicht vollständig umgesetzt
Die Klassen werden allerdings erst ab acht Schülern pro Standort eingerichtet. Besuchen müssen sie außerdem nur jene Kinder, die in der ersten Schulstufe aufgenommen wurden, oder gerade in Österreich angekommene Quereinsteiger ins Schulsystem. Die Sprachfortschritte sollen nach jedem Semester überprüft werden. Bei entsprechender Verbesserung können die Kinder in die Regelklassen wechseln. Noch wird das Modell aber nicht vollständig umgesetzt: So soll über die Zuweisung in eine Deutschklasse ein standardisierter Test entscheiden. Da dieser aber noch nicht vorliegt, nahmen für dieses Schuljahr (wie schon bisher) die Direktoren die Einstufung als außerordentlicher Schüler vor. Auch der Test über die Sprachfortschritte ist noch nicht fertig.

Bei den schärferen Regeln fürs Schulschwänzen ist hingegen alles in trockenen Tüchern: Ab dem neuen Schuljahr wird ein Verfahren bei der Bezirksverwaltungsbehörde eingeleitet, sobald ein Schüler in der neunjährigen Schulpflicht den vierten (vollen) Tag ungerechtfertigt fernbleibt - wobei diese Tage nicht aufeinanderfolgen müssen. Außerdem wird eine Mindeststrafe von 110 Euro eingeführt.

Zudem tritt das 2017 beschlossene Schulautonomie-Paket in Kraft. Unter anderem können sich Schulen zu Clustern zusammenschließen und die Möglichkeit zur Bildung flexibler Gruppengrößen bekommen: Klassenschülermindest- wie -höchstzahlen und Teilungsziffern fallen weg. Außerdem können sich Direktoren eingeschränkt "ihre" Lehrer aussuchen. Der Abschluss des Dienstvertrags bleibt aber bei den Behörden.

Nach einem Pilotversuch im Vorjahr wird in der Sekundarstufe I (AHS-Unterstufe/Neue Mittelschule) flächendeckend die verbindliche Übung "Digitale Grundbildung" mit zwei bis vier Wochenstunden (über die gesamten vier Jahre gerechnet) eingeführt. Auf dem Stundenplan stehen etwa Office-Anwendungen, Informations-, Daten- und Medienkompetenz sowie Sicherheit. Die Schulen können selbst entscheiden, ob sie dies in speziellen Stunden oder integriert in anderen Fächern vermitteln.

Ebenfalls flächendeckend erstmals angewandt wird die Neuregelung des Rauchverbots, die am 1. Juli in Kraft getreten ist. Etwaige per Hausordnung mögliche Ausnahmeregelungen wurden damit aufgehoben. Auch auf Freiflächen wie dem Schulhof darf nun nicht mehr geraucht werden - weder von Schülern noch von Lehrern.

Mangelfächer werden durch Sonderverträge abgedeckt
In organisatorischer Hinsicht kommen ebenfalls Änderungen auf die Schulen zu: Ab 1. Jänner 2019 treten Bildungsdirektionen an die Stelle der Landesschulräte respektive der Schulabteilungen der Länder. Zwar ändert sich dadurch nichts an den getrennten Zuständigkeiten und Instanzenzügen zwischen Ländern und Bund. Die Verwaltung soll allerdings unter einem gemeinsamen Dach erfolgen.

Wie auch in den Vorjahren wird der Lehrermangel Österreichs Schullandschaft aufgrund zahlreicher Pensionierungen weiter begleiten. Trotzdem dürften alle nötigen Stellen besetzt werden, wie ein Rundruf der Austria Presseagentur gezeigt hat. Etwaige Mangelfächer in einzelnen Schularten werden wie schon bisher durch Sonderverträge und Überstunden abgedeckt, wobei sich diese Gegenstände je nach Bundesland unterscheiden. Zur Not werden die nötigen Überstunden auch durch fachfremden Unterricht geleistet.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-27 17:35:49
Letzte Änderung am 2018-08-27 17:47:34


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