• vom 05.09.2018, 17:45 Uhr

Schule

Update: 06.09.2018, 08:09 Uhr

Masterplan Digitalisierung

Schule wird digital




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Von Petra Tempfer

  • Der "Masterplan Digitalisierung" für das Bildungswesen wurde beschlossen. Nicht alle Bildungsexperten sind begeistert.

Eine Tafel in Grün sucht man in deisem Klassenzimmer vergeblich. - © APAweb/AFP, FLORIN

Eine Tafel in Grün sucht man in deisem Klassenzimmer vergeblich. © APAweb/AFP, FLORIN

Will die Schule "fit für das 21. Jahrhundert machen": Kanzler Kurz (r.) mit Bildungsminister Faßmann.

Will die Schule "fit für das 21. Jahrhundert machen": Kanzler Kurz (r.) mit Bildungsminister Faßmann.© apa/Neubauer Will die Schule "fit für das 21. Jahrhundert machen": Kanzler Kurz (r.) mit Bildungsminister Faßmann.© apa/Neubauer

Wien. Stick statt Schultasche und interaktives Whiteboard statt Schultafel - Bücherschleppen und kreideverstaubte Tafelschwämme gehören vermutlich bald der Vergangenheit an: Am Mittwoch hat der Ministerrat den "Masterplan Digitalisierung" für das Bildungswesen beschlossen. Dieser soll bis Sommersemester 2019 fertig sein und den derzeit laufenden Einzelinitiativen und Projekten diverser Schulen einen einheitlichen Rahmen geben. Die Kernpunkte sind laut Ministerratsvortrag moderne Lehrpläne und Unterrichtsmaterialien, eine bessere Infrastruktur wie schnelles Internet an allen Schulen sowie eine verstärkte Aus- und Weiterbildung der Lehrer.

Der Masterplan tritt an die Stelle von Initiativen wie der im Vorjahr unter Ex-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) gestarteten Digitalisierungsstrategie. Diese setzte auf ähnliche Themen und hatte zur Folge, dass heuer die verbindliche Übung "Digitale Grundbildung" für Schüler an den NMS und AHS-Unterstufen flächendeckend umgesetzt wird. Die verbindliche Übung wird mit einem Ausmaß von zwei bis vier Wochenstunden (über die gesamten vier Jahre gerechnet) eingeführt. Auf dem Stundenplan stehen dabei Office-Anwendungen, Informations-, Daten- und Medienkompetenz oder Computational Thinking.


Nur die Hälfte der Schulen hat WLAN in allen Räumen
Aktuell führen laut Bildungsministerium lediglich 5,9 Prozent der Neuen Mittelschulen (NMS), 6,4 Prozent der Allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) und 14,6 Prozent der Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) Klassen mit schülereigenen Geräten wie Notebooks oder Tablets. An rund zwei Drittel dieser Schulen wird mit diesen Geräten bei Bedarf im Unterricht gearbeitet. Nur etwa die Hälfte verfügt über WLAN in allen Unterrichts- und Aufenthaltsräumen. Ein pädagogisches Konzept für den unterstützenden Einsatz digitaler Technologie im Unterricht haben 65,5 Prozent der NMS, 58,8 Prozent der AHS und 50 Prozent der BHS.

Zuerst digitale Kompetenzen bei Lehrern schaffen
Das soll sich nun gravierend ändern. "Wir müssen auch in der Schule ins digitale Zeitalter einsteigen und einen Plan erstellen, wie wir digitale Inhalte mit traditionellen Kulturtechniken verknüpfen", sagte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Und: "Digitalisierung ist weder reines Schreckgespenst noch reiner Hoffnungsträger, es kommt darauf an, was wir daraus machen."

Was konkret daraus gemacht werden soll, ist laut Bildungsministerium freilich "noch nicht abschließend geklärt". Ungefähre Ziele haben Faßmann und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) aber schon im Zuge ihrer Asien-Reise in der Vorwoche präsentiert. Am wichtigsten ist laut Faßmann, digitale Kompetenzen bei Lehrern zu schaffen - sonst nütze auch ein Masterplan nichts. Weiters müsse man die Schulen flächendeckend mit schnellem Internet und Tablets, Laptops oder digitalen Tafeln versorgen, also digitale Klassenzimmer schaffen. Und schließlich müssten die Inhalte in Form von Lehr- und Lernsoftware digitalisiert werden. In diesem Zusammenhang müsse man sich auch die Lehrpläne anschauen, einiges streichen, anderes hinzufügen.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-05 17:53:58
Letzte Änderung am 2018-09-06 08:09:52


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