• vom 10.09.2018, 16:30 Uhr

Schule


Schule

Ein Buch als Zündstoff für eine Politik-Debatte




  • Artikel
  • Kommentare (14)
  • Lesenswert (144)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Lehrerin Susanne Wiesinger schrieb über Islam-Auslegung in einer Wiener Schule - Stadtschulrat fixierte Treffen mit Autorin.

NMS-Lehrerin und Buch-Autorin Susanne Wiesinger.

NMS-Lehrerin und Buch-Autorin Susanne Wiesinger.© edition qvv/Nikolaus Ostermann NMS-Lehrerin und Buch-Autorin Susanne Wiesinger.© edition qvv/Nikolaus Ostermann

Wien. Ein neues Buch über muslimische Schülerinnen und Schüler in Wien hat bereits am Wochenende für parteipolitische Aufregung gesorgt - dabei erschien das Buch erst am Montag. Das Thema ist freilich brisant und Gegenstand politischer Konflikte, vor allem zwischen den Regierungsparteien im Bund, ÖVP und FPÖ, und ihrem Gegenüber in Wien, SPÖ und Grüne.

Autorin Susanne Wiesinger ist Lehrerin an einer NMS in Favoriten, sie hatte auf der Rechercheplattform "Addendum" vor Wochen bereits aus ihrem Berufsalltag erzählt, nun hat die "Quo Vadis Veritas Stiftung" von Red-Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz die Schilderungen als Buch verlegt ("Kulturkampf im Klassenzimmer"). Wiesinger berichtet von einer konservativen bis in Zügen sogar fundamentalistischen Auslegung des Islam unter muslimischen Schülerinnen und Schülern, beispielsweise von Mädchen, die von ihren Mitschülern bedroht werden, wenn sie sich nicht angemessen kleiden.


Die Berichte decken sich durchaus mit anderen, etwa mit der im Vorjahr als "Story des Jahres" ausgezeichneten Reportage "Generation Haram" im Magazin "Biber". Und auch die Pflichtschulinspektorin Elisabeth Repolusk sagt, dass es in Favoriten Schulen gibt, die mit Auswirkungen des radikalen Islam auf den Unterricht "viel zu tun haben, wo diese Parallelwelten für manche Schüler wirklich Realität sind". Sie sagt aber auch: Einen "Kulturkampf im Klassenzimmer", wie ihn Wiesinger beschreibe, könne sie nicht sehen. Vieles sei wahr und sie wolle nichts unter den Teppich kehren. "Aber so dramatisch, wie sie es darstellt, würde ich das nicht unterschreiben", sagt Repolusk.

Schlagabtausch Bund gegen Wien
Am Wochenende hatten ÖVP und FPÖ der Wiener Stadtregierung Versäumnisse vorgeworfen, ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer sprach von "erschütternden Tatsachenberichten", er forderte die Stadtregierung auf, "endlich aufzuräumen".

Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) kündigte am Montag ein baldiges Treffen an. "Wir müssen uns gemeinsam die Frage stellen, was man tun kann, um solche Fälle zu verhindern". Die Stadt Wien habe sich bereits massiv mit dem Thema auseinandergesetzt: "Wir haben das Netzwerk Deradikalisierung und Prävention gegründet." Man könne das Problem aber nicht lösen, "indem man sich die Jugendlichen wegwünscht, man muss mit ihnen arbeiten", sagte Czernohorszky, der sich seinerseits beschwerte, dass die Bundesregierung Mittel für Integration an den Schulen gekürzt habe. Diese Maßnahme habe man nicht aus Jux und Tollerei kritisiert.




Schlagwörter

Schule, Wien, Islam, Susanne Wiesinger

14 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-10 16:39:05


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Mehr Geld für WU und Linzer JKU
  2. Orientierung im Bildungsdschungel
  3. Lehrer für Start des Schulpakets erst 2020
  4. Unterrichtsministerium verabschiedete Gleichstellungs-Grundsatzerlass
Meistkommentiert
  1. Lehrer für Start des Schulpakets erst 2020
  2. Orientierung im Bildungsdschungel

Werbung




Werbung