• vom 06.12.2018, 16:31 Uhr

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Update: 06.12.2018, 16:33 Uhr

Brexit

OeAD wünscht sich "engstmögliche Verbindung" bei Erasmus




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Von WZ Online, APA

  • Insgesamt studierten aber wesentlich mehr Europäer mit Erasmus in Großbritannien (30.000) als Briten in Europa (18.000).

Im vergangenen Studienjahr waren rund 500 österreichische Studenten im Rahmen von Erasmus an einer britischen Hochschule, umgekehrt nutzten mehr als 400 Briten das Programm für einen Studienaufenthalt in Österreich. - © Oead/APA-Fotoservice/Schedl

Im vergangenen Studienjahr waren rund 500 österreichische Studenten im Rahmen von Erasmus an einer britischen Hochschule, umgekehrt nutzten mehr als 400 Briten das Programm für einen Studienaufenthalt in Österreich. © Oead/APA-Fotoservice/Schedl

Wien. Der Geschäftsführer des Österreichischen Austauschdiensts (OeAD), Stefan Zotti, wünscht sich nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU für das Erasmus-Programm die "engstmögliche Verbindung" mit dem Vereinigten Königreich. Am einfachsten würde dies über eine Assoziierung funktionieren, wie dies bereits die Türkei oder die EFTA-Länder praktizieren, so Zotti.

Im vergangenen Studienjahr waren rund 500 österreichische Studenten im Rahmen von Erasmus an einer britischen Hochschule, umgekehrt nutzten mehr als 400 Briten das Programm für einen Studienaufenthalt in Österreich. "Mit Österreich ist das Verhältnis also recht ausgeglichen", so Zotti. Insgesamt studierten aber wesentlich mehr Europäer mit Erasmus in Großbritannien (30.000) als Briten in Europa (18.000).

Garantiert nichts ändern werde sich bis zum 29. März 2019, also dem geplanten Austritt Großbritanniens. "Wir haben auch schon die Zusagen fürs Sommersemester erteilt", betonte Zotti. "Wir gehen auch davon aus, dass es bis zum Ende der laufenden Erasmus-Periode im Dezember 2020 keine Änderungen gibt, wenn der Brexit-Deal im britischen Unterhaus angenommen wird." Die offene Frage sei: "Was heißt ein No-Deal-Szenario? Dann wird es spannend, was am 30. März passiert."

Verschiedene Modelle für Großbritannien nach 2020

Noch nicht klar sei auch, in welcher Form Großbritannien nach 2020 an Erasmus teilnimmt. "Wir haben dafür schon jetzt unterschiedliche Modelle", schilderte Zotti. So seien etwa die EFTA-Länder und die Türkei assoziierte Mitgliedstaaten bei Erasmus, für die gleiche Regeln gelten. "Das funktioniert am besten, das wäre unser Wunsch." Daneben gebe es noch etwa die Schweiz, die das Programm quasi eins zu eins kopiert habe und es mit nationalen Mitteln betreibe. "Der Schweizer Studierende merkt gar nicht groß, dass er de jure nicht mehr im Erasmus-Programm dabei ist."

"Schlimmste Alternative" aus der Sicht Zottis: "Das wäre, wenn man sich auf gar kein neues Schema einigt. Weil dann müsste man zu bilateralen Abkommen zurückkehren, die aus nationalen Mitteln finanziert werden." Derzeit gebe es rund 4.000 Universitäten in Europa: "Wenn jetzt jede europäische Uni mit jeder britischen ein Abkommen schließen müsste, würde es zumindest eine Zeit lang nur wenig Mobilität geben. Das Spannende an Erasmus ist ja, dass neben Zuschüssen zu den Aufenthaltskosten auch keine Studiengebühren an der Gastuni zu zahlen seien. "Und wenn man sich die Studiengebühren in Großbritannien ansieht, ist das kein unerheblicher Teil."





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-12-06 16:32:19
Letzte Änderung am 2018-12-06 16:33:16


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