• vom 28.06.2011, 18:19 Uhr

Uni


Bildung

"An Pädagogischen Hochschulen und Unis fehlt Personal"




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Brigitte Pechar

  • Experte Roland Fischer rät zu einer raschen Umsetzung.
  • "Mit Berufung der Lehrenden sofort beginnen."
  • Lehrer müssen die neue Kraft in der Bildungsdebatte sein.

Roland Fischer: "Eine Professionalisierung der Lehrer ist unumgänglich." Foto:Privat

Roland Fischer: "Eine Professionalisierung der Lehrer ist unumgänglich." Foto:Privat Roland Fischer: "Eine Professionalisierung der Lehrer ist unumgänglich." Foto:Privat

"Wiener Zeitung":Wird es in der neuen Pädagogenausbildung Eignungstests geben?

Roland Fischer: Es wird ein Aufnahmeverfahren geben, aber keine punktuellen Tests. Die Studenten werden zumindest ein Semester lang bewertet, auch in der Praxis. Die Studierenden sollen gleich zu Beginn in die Schulen oder Kindergärten gehen, um zu sehen, ob sie für den Beruf geeignet sind. Im Idealfall stimmen Selbst- und Fremdevaluation überein.


Alle Pädagogen müssen in Zukunft mit dem Master abschließen, auch die Kindergartenpädagoginnen. Ist das sinnvoll?

Wenn es nach uns (der Vorbereitungsgruppe für die neue Ausbildung, Anm.) geht, ja. In den Kindergärten wird es sicherlich noch eine Zeit brauchen, und am Anfang werden nur Leiterinnen oder Personen mit einer besonderen Verwendung den Master haben.

Erleichtert die neue Pädagogenausbildung einen Wechsel zwischen den Institutionen Kindergarten, Volksschule und Sekundarstufe?

Ja. Kindergärtnerinnen benötigen dann nur ein Zusatzsemester, um in der Volksschule unterrichten zu können und umgekehrt. Aber auch als Volksschullehrer kann man in der Sekundarstufe ein Fach unterrichten - dafür sind zwei Semester notwendig.

Gibt es an den Pädagogischen Hochschulen (PH) und Unis ausreichend Personal, um die angehenden Pädagogen ausbilden zu können?

Nein, weder an den PH noch an den Unis. Es gibt zwar ausreichend Mathematiker an den Unis, aber nicht genügend Fachdidaktiker. Um das Ausbildungsprogramm in vollem Umfang starten zu können, muss sofort eine Qualifizierungsoffensive beginnen. Die noch größere Herausforderung kommt dann mit der Betreuung der Masterstudenten. Aber das wird erst ab 2017 sein, wenn man 2013 mit der neuen Ausbildung beginnt. Bis dahin sollte genügend qualifiziertes Personal da sein. Wir reden ja insgesamt von einem zehnjährigen Übergang. Aber es wird schon 2013 eine Steigerung der Qualität des Ausbildungspersonals zu merken sein.

Wann muss mit der Rekrutierung begonnen werden?

Man muss sofort mit Berufungen beginnen. Die Politik darf sich nicht zu lange Zeit lassen. Die Engagierten an den Institutionen wollen ja schon beginnen. Wenn die Parteien jetzt nicht zügig voranschreiten und die Institutionen noch länger hingehalten werden, verpufft diese Energie wieder.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2011-06-28 18:26:17


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Proteste gegen Migranten in mexikanischer Grenzstadt Tijuana
  2. Der Ursprung der Wiederholung
  3. Melancholische Vermessungen
  4. "Sexualität ist wie eine Vergrößerunglinse"
  5. Republik für ein paar Stunden
Meistkommentiert
  1. "Sexualität ist wie eine Vergrößerunglinse"
  2. Update für das Kilogramm
  3. Grüne fordern Asyl für Asia Bibi
  4. Herzschwäche ein unterschätztes Leiden
  5. Besser dicker, als Raucher

Werbung




Werbung