• vom 23.06.2016, 17:02 Uhr

Uni

Update: 23.06.2016, 17:04 Uhr

Todesfall

Wilhelm Filla überraschend verstorben




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Der langjährige Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen verstarb am 23. Juni 2016.

Wien. Der langjährige Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen, Univ.-Doz. Dr. Wilhelm Filla, ist am 23. Juni 2016 plötzlich und unerwartet verstorben.

In einer Aussendung heißt es:

"Mit Filla verliert die Erwachsenenbildung einen ihrer profundesten Kenner, einen umsichtigen Akteur und Funktionär und einen herausragenden Wissenschaftler, der mehrere Standardwerke zu Geschichte und Gegenwart der Volkshochschulen und der Erwachsenenbildung verfasst hat. Vor allem aber verlieren wir mit Willi Filla einen Freund.

Willi Filla begann bald nach seinem Studium der Soziologe an der Universität Wien im Jahre 1973 und nach journalistischer Arbeit für die Zeitschrift "Mitbestimmung" und für das Magazin "Extrablatt" als Pädagogischer Assistent an der Volkshochschule Hietzing in Wien zu arbeiten, im Jahre 1974 übernahm er die Leitung und war bis 1979 Direktor der Volkshochschule Hietzing. Von 1979 bis 1983 arbeitete Filla im Landesjugendreferat der Stadt Wien. Im Jahre 1984 wurde er zum Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen bestellt und übte diese Tätigkeit bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2012 aus.

Willi Filla leitete den Verband Österreichischer Volkshochschulen 28 Jahre hindurch und führte diesen auf der Grundlage fundierter Kenntnissen der österreichischen und der europäischen Erwachsenenbildungslandschaft. Sein Wissen und seine Kompetenz wurde von vielen ErwachsenenbildnerInnen in Europa geschätzt, mit dem Deutschen Volkshochschulverband gab und gibt es ein sehr freundschaftliches Verhältnis und in der Volkshochschule Stuttgart war er seit Dezember 2010 ein engagiertes Aufsichtsratsmitglied. Filla hat den Fernsehpreis der Erwachsenenbildung in bewährter Weise fortgeführt und den Radiopreis der österreichischen Erwachsenenbildung sowie den Wissenschaftspreis der Volkshochschulen eingeführt. Die gute Statistik der Volkshochschulen ist ebenfalls auf Fillas Engagement und hohe Kompetenz zurückzuführen. Zahlreiche Weiterbildungsstudien wurden von Filla durchgeführt.

Filla hat viele Innovationen ermöglicht und unterstützt. Er forcierte die Entwicklung der "Weiterbildungsakademie Österreich", die heute ein internationales Vorzeigemodell für die Anerkennung von Kompetenzen von ErwachsenenbildnerInnen ist. Auch die Knowledgebase Erwachsenenbildung, jene virtuelle Bildungsumgebung, die online die Geschichte und die aktuelle Entwicklung der österreichischen Erwachsenenbildung erfahrbar, erforschbar und anwendbar macht und transparent die Struktur der Volkshochschulen und der österreichischen Erwachsenenbildung darstellt, wurde von Filla gefördert und er lieferte auch viele Inhalte.

Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit an mehreren österreichischen Universitäten hat er zahlreiche Personen, die heute in der Erwachsenenbildung tätig sein, ausgebildet. Seine wissenschaftliche Tätigkeit, die schließlich in seiner Habilitierung 2003 gipfelte, hat zur Wahrnehmung des VÖV und der Erwachsenenbildung in Wissenschaft und Politik und in der Öffentlichkeit wesentlich beigetragen. Seine Arbeiten zu Geschichte und Gegenwart der Volkshochschulen und der Erwachsenenbildung sind Standardwerke in Lehre und Forschung und in der Bildungspraxis.

Für die Zeitschrift "Die Österreichische Volkshochschule", deren Chefredakteur er 28 Jahre lang war, verfasste er ab Herbst 2012 in jeder Nummer historische Kolumnen und mehrere Buchbesprechungen. Schließlich arbeitete Willi Filla engagiert an einem VÖV-Projekt mit, in dem der Transfer wissenschaftlicher Arbeiten in die Praxis im Mittelpunkt steht.

Handeln, um die Bedingungen für die Menschen in Gesellschaft, Arbeitswelt und Bildung zu verbessern, war die Maxime von Willi Filla. Für sein Wirken hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Das große Ehrenzeichen der Republik Österreich wurde ihm 2012 verliehen und zuletzt erhielt er im März 2016 den renommierten Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch.

Wir trauern mit der Volkshochschulfamilie und vielen ErwachsenenbildnerInnen in Österreich und in Europa um diesen herausragenden Menschen, Erwachsenenbildner, Wissenschaftler und lieben Freund.
Wir werden Willi Filla für immer ein ehrendes Andenken bewahren.

Seiner geliebten Gattin Sissi Filla und seiner Familie wünschen wir in diesen schweren Zeiten viel Kraft.

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Präsident des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen
AStR Dr. Michael Ludwig, Vorstandsvorsitzender
Dr. Gerhard Bisovsky, Generalsekretär





Schlagwörter

Todesfall

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-06-23 17:03:56
Letzte Änderung am 2016-06-23 17:04:41


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Andreas Gabalier: Im Rausch der Zeit
  2. Gravitationswellen sind die Zukunft der Astronomie
  3. Der alte Goethe, der Göthé hieß
  4. b + s
  5. Die versenkten Treibhausgase
Meistkommentiert
  1. Kritik an und Anzeige gegen Waldhäusl
  2. Grüne wollen U-Ausschuss zu Drasenhofen
  3. "Die Weiden" erleiden Schiffbruch an der Staatsoper
  4. Andreas Gabalier: Im Rausch der Zeit
  5. Koalitionszwist um CEU-Universität

Werbung




Werbung