• vom 30.01.2018, 18:06 Uhr

Uni

Update: 31.01.2018, 10:07 Uhr

Universitäten

Weniger Studierende, mehr Qualität?




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Von Martina Madner

  • Zugangsbeschränkungen und Geld für Unis mit mehr Abschlüssen, das hebt die Qualität - aber nur ein bisschen.

Eine Auswertung des Bildungsministeriums zeigt, dass das Betreuungsverhältnis an manchen Universitäten im Argen liegt. - © APAweb, Helmut Fohringer

Eine Auswertung des Bildungsministeriums zeigt, dass das Betreuungsverhältnis an manchen Universitäten im Argen liegt. © APAweb, Helmut Fohringer





Wien. Die Universitäten werden künftig neu finanziert. Bildungs- und Wissenschaftsminister Heinz Faßmann konkretisierte, nach welchen sogenannten "Leistungsindikatoren" die künftig 11,07 Milliarden Euro in den Jahren 2019 bis 2021 an die Universitäten verteilt werden sollen: Zusätzlich zu individuellen Leistungsvereinbarungen und Mitteln für Infrastruktur spielen in der Lehre Prüfungsaktivität der Studierenden sowie Absolventenquote, in der Forschung Basisleistung und Drittmittelerlöse eine Rolle.

Das neue Gesetz soll den universitären Bereich Faßmanns Ziel, dass "mehr aktive Studierende" zum Abschluss kommen, näher bringen. Doch ist das geplante dafür geeignet? Und bringt es neben mehr Quantität auch mehr Qualität ins Studium?

Studierende sind aktiver, als die Daten vermitteln

Tatsächlich sind nicht alle Studierenden gleich aktiv bei der Sache: Eine Auswertung des Ministeriums der Bildungsdokumentation der Universitäten zeigt, dass von den aktuell 280.000 Studierenden an den österreichischen Universitäten rund 105.000 weniger Prüfungen und Seminare besuchen, als für den Bezug der Familienbeihilfe notwendig ist.

Um diese Grenze zu überschreiten, sind allerdings 16 sogenannte ECTS-Punkte (gemäß dem europaeinheitlichen European Credit Transfer and Accumulation System) notwendig.

Im Zeitgeschichte-Studium müsste man beispielsweise innerhalb eines Semesters zwei Einführungsvorlesungen positiv abschließen, ein weiteres Proseminar und einen Grundkurs, um 15 ECTS-Punkte zu erhalten - einen Punkt zu wenig, um in der Definition des Ministeriums als "prüfungsaktiv" zu gelten. Sogenannte Karteileichen müssen sie jedenfalls nicht sein. Es könnten auch Studierende darunter sein, die wegen einer Berufstätigkeit länger für das Studium brauchen.

Weitere Beschränkung
des Zugangs

Wobei dieser Umstand noch kein Grund sein muss, das Angebot für Studierende nicht zu verbessern. Denn dieselben Daten belegen auch, dass das Betreuungsverhältnis an manchen Universitäten im Argen liegt. Im Wintersemester 2016 standen etwa an der Wirtschaftsuniversität Wien einem Professor 244 Studierende gegenüber. Sogar auf jede Lehrperson generell kamen 37. Im Durchschnitt aller Universitäten sind es übrigens 118 Studierende pro Professor und 21 pro Lehrperson.

Das Gesetz sieht deshalb weitere Zugangsbeschränkungen vor. Solche gibt es bereits in den Fächern Medizin, Psychologie, Veterinärmedizin, Architektur und Städteplanung genauso wie in der Biologie und Biochemie, Informatik, Wirtschaft, Pharmazie sowie Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Neu hinzu kommen drei Fächer mit schlechtem Betreuungsverhältnis: die Pädagogik, wo auf eine Lehrperson 123 Studierende kommen, Fremdsprachen mit 1:73 und Jus mit 1:70. Optimal wäre hier laut Ministerium ein Verhältnis von 1:40.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-30 18:11:10
Letzte Änderung am 2018-01-31 10:07:59


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