• vom 16.03.2018, 14:29 Uhr

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Update: 16.03.2018, 14:30 Uhr

Universitäten

VfGH hebt Regelung grenzüberschreitender Studien auf




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Von WZ Online, APA

  • Eventuell Konsequenzen für geplante CEU-Ansiedlung.

Wien. Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat die gesetzliche Regelung zur Registrierung grenzüberschreitender Studien mit Ende Dezember 2018 aufgehoben. Die derzeitigen Bestimmungen seien zu wenig bestimmt und ließen etwa offen, ob ein hoheitliches oder privatrechtliches Rechtsverhältnis vorliegt. Die Privatunis wollen die Aufhebung nutzen, um die Bestimmungen grundsätzlich zu überarbeiten.

Qualitätssicherung bei ausländischen Unis

Derzeit müssen sich ausländische Universitäten, die in Österreich Studien anbieten, bei der vom Bildungsministerium eingerichteten Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria) registrieren lassen. Bei ausländischen Hochschulen wird dabei von einer inhaltlichen Prüfung abgesehen. Wenn dabei mit einem inländischen Anbieter zusammengearbeitet wird, wird lediglich das Angebot der österreichischen Bildungseinrichtung geprüft. Diese Bestimmungen wurden nun aufgehoben.

Das freut die Österreichische Privatuniversitätenkonferenz (ÖPUK) gleich in mehrfacher Hinsicht. Die im Gesetz angesprochene "Zusammenarbeit" sei nämlich nicht immer tatsächlich eingehalten worden. "Der Begriff Zusammenarbeit impliziert gemeinhin das gemeinsame Wirken in ausgeglichener Form zweier oder mehrerer Partner", so ÖPUK-Präsident Karl Wöber in einer Aussendung. "Werden Studien von österreichischen Institutionen angeboten - und besteht die Kooperationsleistung von ausländischen Partnern ausschließlich in der Zurverfügungstellung von Abschlüssen - könnte höchstens 'von grenzüberschreitenden Abschlüssen' gesprochen werden. Mit gemeinsamen Studien hat dies jedoch nicht das Geringste zu tun."

Oft seien diese gemeinsam angebotenen Programme nicht gleichwertig mit österreichischen Studien. Konsequenz: Wer sein so begonnenes Studium an einer österreichischen Uni fortsetzen will, wird unter Umständen nicht zugelassen.

Außerdem ermöglichten die Bestimmungen ausländischen Hochschulen eine Umgehung der Akkreditierungsbestimmungen für Privatuniversitäten in Österreich, so Wöber. "Anstatt ein ungleich aufwendigeres Akkreditierungsverfahren in Österreich zu durchlaufen, mussten diese Einrichtungen bisher lediglich die wesentlich geringeren Erfordernisse einer einfachen Registrierung erfüllen, um universitäre Abschlüsse verleihen zu können."

Als Beispiel führte Wöber die Central European University (CEU) an, die einen Standort in Wien eröffnen will. Anstatt sich als Privatuniversität zu akkreditieren, habe sie insgesamt 59 Studienprogramme in das Register der AQ Austria eintragen lassen. Künftige Studenten werden daher weder von der ÖH noch von der Ombudsstelle der Studierenden vertreten, die Hochschule unterliegt auch keinem österreichischen Aufsichtsrecht.





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Dokument erstellt am 2018-03-16 14:29:43
Letzte Änderung am 2018-03-16 14:30:36


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