• vom 13.09.2011, 17:31 Uhr

Uni


OECD

Österreich droht im Bereich der Spitzenqualifikation zurückzufallen




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  • Österreich hat bei Akademikerquote geringfügig zugelegt.
  • Töchterle: Müssen Studierende zum Studieren bringen.

Wien.



Auch die Aussichten für den Hochschulsektor sind laut OECD-Studie "Education at a Glance" nicht besonders rosig. Während es generell in OECD-Staaten einen "dynamischeren Ausbau der höheren Bildung gegeben hat", herrscht in Österreich im Bereich der Spitzenqualifikation "noch Nachholbedarf", sagt OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher.


Derzeit liegt der Anteil der Hochschulabsolventen an der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren bei 19 Prozent (OECD-Schnitt 30 Prozent). Hinter Österreich liegen damit nur die Türkei (13 Prozent), Portugal, Italien (je 15), die Slowakei, Tschechien und Mexiko (je 16).

Österreich hat bei der Zahl der Hochschulabschlüsse zwar aufgeholt, ausreichen wird das aber nicht, um mit anderen OECD-Ländern mitzuhalten, sagt Schleicher. Es sei "eine Kurve zu positiver Veränderung" erkennbar, setzen sich die aktuellen Abschlussquoten der 25- bis 34-Jährigen jedoch in diesem Maße fort, werde Österreich "noch weiter hinter andere OECD-Länder zurückfallen".

Junge Erwachsene schließen heute eher ein Hochschulstudium ab als früher, dementsprechend höher ist die Akademikerquote im OECD-Schnitt unter den 25- bis 34-Jährigen (37 Prozent) als unter den 55- bis 64-Jährigen (22 Prozent). In Österreich ist diese Spanne mit 19, beziehungsweise 16 Prozent wesentlich geringer, das bedeutet, dass auch in Zukunft nicht deutlich mehr Akademiker nachrücken. Die OECD zählt Österreich gemeinsam mit Deutschland und Brasilien zu den Ländern, wo diese "nachteilige Situation besonders deutlich" werde.

"Seit Ende der 90er Jahre ist in Österreich viel in Bewegung gekommen", sagt Schleicher. So erfolgte Mitte der 1990er Jahre die Gründung von Fachhochschulen, die Zahl der Abschlüsse hat sich seit 1995 vervielfacht. Damals nahmen lediglich 27 Prozent eines Altersjahrgangs ein Hochschulstudium auf, 2009 waren es mit 54 Prozent doppelt so viele. Dies sei aber noch immer weniger als der OECD-Schnitt von 59 Prozent, "langfristige Bewegung" fehlt laut Schleicher.

Für Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle ist klar, dass Österreich nicht mehr Studienanfänger, sondern mehr Absolventen braucht. "Wir müssen Studierende zum Studieren bringen", sagte er. Als Mittel dazu nannte der Minister Zugangsregelungen und Studienbeiträge.




Schlagwörter

OECD, Absolventen, Akademikerquote

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Dokument erstellt am 2011-09-13 17:38:16