• vom 12.07.2011, 10:54 Uhr

Ausbildung & Arbeitswelt

Update: 12.07.2011, 11:17 Uhr

Migration

An Sonderschulen höchster Migrantenanteil




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  • Auszüge aus der Publikation "migration & integration"
  • Drittel der Neuen Mittelschüler spricht zu Hause nicht deutsch.
  • In allen Schulen mehr Schüler mit einer nichtdeutschen Muttersprache.

Wien. Die Sonderschulen sind in Österreich nach wie vor die Schulform mit dem höchsten Migrantenanteil: Mehr als ein Viertel der Sonderschüler (27,8 Prozent) hatten 2009/10 nicht deutsch als Umgangssprache, genauso viele wie im Jahr zuvor. In der nun erschienenen Publikation "migration & integration" wird das damit begründet, dass Deutschkenntnisse bei Migranten oft den Schultyp bestimmen: Schüler, die zum Zeitpunkt der Schuleinschreibung im Alltag kein Deutsch sprechen, seien daher oft gezwungen, ihre Ausbildung statt in einer Volksschule an einer Sonderschule zu beginnen. Auch in den Neuen Mittelschulen (NMS) der Migrantenanteil sehr hoch: 27,5 Prozent, also etwas mehr als noch 2008/09 (24,2 Prozent).

Ein Drittel der Neuen Mittelschüler spricht zu Hause nicht deutsch
2009/10 haben insgesamt 16.848 Schüler eine NMS besucht, rund ein Drittel (4.631) davon spricht zu Hause nicht deutsch. Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache stellen damit in den NMS einen deutlich höheren Anteil als in AHS (15,2 Prozent), und sind in NMS ebenfalls stärker vertreten als an den Hauptschulen (20,9 Prozent).


An den AHS (14,1 Prozent) und Berufsbildenden höheren Schulen (11,7 Prozent) liegt ihr Anteil zwar "weit unter dem Durchschnitt", allerdings ist in beiden Schultypen ein Zuwachs zu verzeichnen. 2008/09 hatten nur 13,3 Prozent der AHS-Schüler eine nichtdeutsche Muttersprache, an den BHS waren es damals 11 Prozent.

Mehr Schüler mit einer nichtdeutschen Muttersprache
Allerdings ist über alle Schultypen hinweg eine Steigerung zu bemerken: An den Volksschulen hatten im vergangenen Schuljahr 23,2 Prozent der Schüler Migrationshintergrund (2008/09: 22,3), an den Hauptschulen 20,9 Prozent (20,5), an den Polytechnischen Schulen 23,2 Prozent (21,7), an den Berufsschulen 8,8 Prozent (8,2) und an den berufsbildenden mittleren Schulen (BMS) 11,7 Prozent (11).

Häufigere Schulabbrüche und Klassenwiederholungen
Große Unterschiede gibt es zwischen Schülern mit deutscher und nichtdeutscher Muttersprache beim Schulabbruch und Klassenwiederholungen: Währen 2008/2009 13,9 Prozent ihre Ausbildung abgebrochen haben, taten dies von den deutschsprachigen Hauptschulabgängern nur 4,3 Prozent - also etwa dreimal weniger. Nach der vierten Klasse AHS haben 2,6 Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund, aber nur ein Prozent der deutschsprachigen Schüler die Schule abgebrochen. Klassenwiederholungen kommen bei 4,3 (Hauptschule) bzw. 6,5 Prozent (AHS) der Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache vor, aber nur bei ein bzw. 4,3 Prozent ihrer deutschsprachigen Altersgenossen vor.

Die Publikation wurde vom Innenministerium und dem Europäischen Integrationsfonds finanziert und von der Kommission für Migrations-und Integrationsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Statistik Austria erstellt.




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Dokument erstellt am 2011-07-12 11:07:15
Letzte Änderung am 2011-07-12 11:17:38


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