• vom 20.03.2018, 12:22 Uhr

Ausbildung & Arbeitswelt

Update: 20.03.2018, 12:34 Uhr

Integration

Interner AMS-Bericht zeigt Probleme mit Migranten auf




  • Artikel
  • Kommentare (13)
  • Lesenswert (40)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA

  • Laut Revisionsbericht seien manche Nationalitäten gewaltbereit und schwer vermittelbar. AMS-Chef kontert.

AMS-Vorstand Johannes Kopf reagiert auf die Medienberichte, die problematische und gewaltbereite Migrantengruppen thematisieren. Der interne Bericht zielte darauf ab, Probleme zu orten und Lösungen zu finden. - © Andrei Pungovschi

AMS-Vorstand Johannes Kopf reagiert auf die Medienberichte, die problematische und gewaltbereite Migrantengruppen thematisieren. Der interne Bericht zielte darauf ab, Probleme zu orten und Lösungen zu finden. © Andrei Pungovschi

Wien. Ein interner Revisionsbericht des AMS zeigt gravierende Probleme bei der Betreuung von Arbeitslosen mit nicht-deutscher Muttersprache auf. Der Bericht nennt mangelnde Deutschkenntnisse sowie religiöse und kulturelle Gründe als Integrationshindernisse und hebt dabei Probleme mit Tschetschenen und Afghanen hervor. AMS-Chef Johannes Kopf spricht von Einzelbeobachtungen von AMS-Beratern.

Der knapp 50-seitige Bericht vom Juni 2017 war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und basiert auf Untersuchungen in Geschäftsstellen in Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg und Wien, wie mehrere Tageszeitungen heute (Dienstag) berichten. Die Prüfer haben untersucht, ob Migranten beim Arbeitsmarktservice (AMS) schlechter betreut werden als Inländer und ob sie bei der Jobsuche von Unternehmen diskriminiert werden. Dafür wurden keine Hinweise gefunden.

"Auffälligkeiten nach Nationalitäten"

Befragte AMS-Führungskräfte gaben an, dass "Auffälligkeiten nach Nationalitäten" zu beobachten seien, massive Probleme gebe es nach "übereinstimmenden Wahrnehmungen" vor allem bei Tschetschenen, die überdurchschnittlich oft gewaltbereit seien. Manche AMS-Mitarbeiter hätten Angst, ihnen Vorschläge für Jobs oder Kurse zu machen, einige Mitarbeiter seien auch bedroht worden. Tschetschenen, Syrer und Afghanen seien auch in soziale Berufe oder in die Gastronomie schwer zu vermitteln, "weil der Servicegedanke abgelehnt wird", heißt es in dem Bericht. Allgemein würden muslimische Väter und Ehemänner die Arbeitsaufnahme oder Ausbildung ihrer Töchter und Frauen behindern.

In einem Statement der AMS-Führung, das im Revisionsbericht angeführt wird, werden den AMS-Mitarbeitern "Schulungen zum interkulturellen Verständnis" angeboten. Vielen Beratern falle es offenbar schwer, "zwischen Wahrnehmung und Vorurteil zu unterscheiden". AMS-Chef Johannes Kopf betonte gegenüber den "Salzburger Nachrichten" (SN), dass es sich bei den Aussagen um Einzelbeobachtungen von AMS-Beratern handle, die keine Aussagekraft über die Gesamtsituation hätten.

AMS-Chef: Bericht ist "unvollständig"

Der Revisionsbericht enthalte keinerlei Angaben über die Häufigkeit der beschrieben Wahrnehmungen, was in der Berichterstattung darüber verschwiegen werde, kritisierte AMS-Chef Kopf auf "Facebook". Der Revisionsbericht werde somit "unvollständig und zu Fehlinterpretationen verleitend" dargestellt.

In Wien haben 61 Prozent der AMS-Kunden Migrationshintergrund, in ganz Österreich sind es 42 Prozent.





13 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-20 12:29:23
Letzte Änderung am 2018-03-20 12:34:14


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Was ist "das Leitkultur"?
  2. Proteste gegen Migranten in mexikanischer Grenzstadt Tijuana
  3. Zahl der Einbürgerungen steigt weiter
  4. EU kippt österreichische Regelung gegen "Sozialdumping"
  5. Der Geldbote
Meistkommentiert
  1. Grüne fordern Asyl für Asia Bibi
  2. Proteste gegen Migranten in mexikanischer Grenzstadt Tijuana
  3. Zahl der Einbürgerungen steigt weiter
  4. EU kippt österreichische Regelung gegen "Sozialdumping"

Werbung




Werbung