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Gesellschaft

Update: 20.06.2011, 13:27 Uhr

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Vom Paradies zum Krisenkontinent




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Von WZ Online

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Information

Walter Sauer (Hg.)
Vom Paradies zum Krisenkontinent
Afrika, Österreich und Europa in der Neuzeit
Austriaca, Band 1.
Erschienen 2010
Kart., 220 Seiten
ISBN: 978-3-7003-1762-3



Venedig im Jahre 1955: Österreich gewinnt die Silberne
Schale – den Anerkennungspreis des Viennale Filmfestivals. Grund genug für die
junge Republik über "Omaru – eine afrikanische Liebesgeschichte" zu
jubeln; über einen Kinofilm, der
vermutlich bis heute der einzige Spielfilm zu Afrika aus österreichischer
Produktion ist.

Im Zentrum des Films stehen der junge Omaru in Kamerun, sowie
dessen Heimweh und Liebe zu zwei Frauen. Wie die beiden Kulturhistorikerinnen Vida
Bakondy und Renée Winter betonen, trotzt der Film von Stereotypen wie Krankheit,
Primitivität oder Infantilität. Was nicht weiter verwundert, sind die Biografien des Filmteams – vor allem
des Regisseurs Albert Quendler und des Team-Beraters, der Großwildjäger Ernst
A. Zwilling, eng mit nationalsozialistischen und kolonialen Vergangenheiten
verwoben.

Dass sich in Österreich seit damals an der Darstellung und Wahrnehmung
Afrikas und seiner Menschen nicht viel verändert hat, ist einer der Grundtenöre
des aktuellen Sammelbandes "Vom Paradies zum Krisenkontinent". Das
Bild vom Paradies, typisch war für die Darstellungen Afrikas im Mittelalter, ist fast vollständig negativen Bildern
gewichen. Ist von Afrika die Rede, hört oder
liest man meist von Kriegen, Krankheiten
und Katastrophen; Afrika ist als Kontinent
der vielen "Ks" verschrien.



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Die Beharrlichkeit solcher Bilder steht dabei im Mittelpunkt
der Beiträge der elf AutorInnen. In zehn Beiträgen zeigen sie, wie diese Vorurteile entstanden und entstehen und in
welcher Weise diese mit der Politik gegenüber Afrika und gegenüber AfrikanerInnen
in Beziehung stehen. Die Beiträge spannen einen weiten Bogen - sie reichen von
Sklaverei, Imperialismus, Kunst und Populärkultur über die Beziehungsgeschichte
der EU zu Afrika und afrikanische Selbstwahrnehmung bis hin zu aktuellen Tendenzen
bei Asylpolitik und Fremdenrecht. Vor allem in dieser thematischen Bandbreite
liegt die Stärke und Qualität dieses Buches: dass die Wahrnehmung der "Eigenen
und Anderen" neben einer kulturtheoretischen auch einer fundiert politischen und ökonomischen Analyse unterzogen
wird. (cra)

Wir verlosen 3 Exemplare des Buches "Vom Paradies zum Krisenkontinent". Für die Teilnahme am Gewinnspiel bitte unten auf "TEILNEHMEN" klicken.

Teilnahmeschluss ist der 30. Juni 2011.
GewinnerInnen werden per Email verständigt.
Pro TeilnehmerIn wird ein Gewinn versandt. Eine Barauszahlung bzw. Tausch der Gewinne ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Teilnahmebedingungen

Hier erhalten Sie Informationen zu den Teilnahmebedingungen am Gewinnspiel.




Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2011-06-07 14:24:10
Letzte Änderung am 2011-06-20 13:27:47

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