• vom 18.06.2018, 15:51 Uhr

Gesellschaft

Update: 18.06.2018, 20:45 Uhr

Asylquartier

Die ersten Flüchtlinge verlassen St. Gabriel




  • Artikel
  • Kommentare (4)
  • Lesenswert (12)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA

  • Die humanitären Härtefälle können laut FPÖ-Landesrat Waldhäusl vorerst in St. Gabriel bleiben.

Die Flüchtlingsunterkunft St. Gabriel soll bleiben, fordert diese Gruppe. Mehr als 12.000 Menschen haben die Online-Petition unterzeichnet, doch ohne Erfolg.

Die Flüchtlingsunterkunft St. Gabriel soll bleiben, fordert diese Gruppe. Mehr als 12.000 Menschen haben die Online-Petition unterzeichnet, doch ohne Erfolg.

Maria Enzersdorf. Die ganze Mühe hat nichts gebracht. Nachdem mehr als 12.300 Menschen (Stand: Montagnachmittag) die Online-Petition gegen eine Schließung der Caritas-Asylunterkunft St. Gabriel unterzeichnet hatten, startete am Montag die Räumung des Heims. Nach der von Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) angekündigten Verlegung von Flüchtlingen aus der Asylunterkunft in andere Quartiere sind die ersten 24 unbegleiteten Minderjährigen in ihr neues Quartier übersiedelt. "Humanitäre Härtefälle können vorerst in Maria Enzersdorf verbleiben", teilte Waldhäusl am Nachmittag nach einem "konstruktiven" Gespräch mit der Caritas-Geschäftsführung mit.

Dabei seien Details zum Umzug der Bewohner von St. Gabriel klar abgestimmt worden. "Außerdem ist die Zukunft des Asylquartiers in Maria Enzersdorf für beide Vertragspartner eine aktuell zu klärende Thematik", so Waldhäusl.

Kritik an geplanter Räumung des Heims

Nach der Übersiedlung der ersten Gruppe stehe der Umzug der zweiten Gruppe vor der Türe "und in der dritten und letzten Phase Ende Juni finden letztlich Familien mit schulpflichtigen Kindern ihr künftiges Zuhause", informierte der Landesrat. "Gegenüber dem Vertragspartner Caritas habe ich heute außerdem zugesagt, dass die humanitären Härtefälle vorerst in St. Gabriel verbleiben können."

"Wie auch immer sich die vertragliche Vereinbarung mit der Caritas Wien - und auch anderen Vertragspartnern - darstellt bzw. darstellen wird, für mich steht stets die Sicherheit an vorderster Stelle", so Waldhäusl. "Für die Bewohner von Asylquartieren und auch allen Menschen, die sich im unmittelbaren Umfeld aufhalten."



Die angekündigte Verlegung der Flüchtlinge hatte für viel Kritik gesorgt. Auch das Generalkapitel der Steyler Missionare weltweit erklärte seine Solidarität mit dem Missionshaus St. Gabriel und der Caritas Flüchtlingshilfe: "Wir protestieren entschieden gegen die Verlegung von minderjährigen, kranken und psychisch beeinträchtigten oder traumatisierten Flüchtlingen von unserem Haus in andere Unterkünfte", hieß es in einer Aussendung am Montag.

Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen als Grund

Diese Menschen, die wiederholt in ihrem Leben Ortsveränderungen erleiden mussten, bräuchten Stabilität und Unterstützung. Die zuständige Autorität - Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) - werde ersucht, die Entscheidung zu überdenken und die "notwendige Unterstützung für die Caritas Flüchtlingshilfe St. Gabriel zu garantieren, damit diese ihre Arbeit zum Wohl der Asylsuchenden in St. Gabriel fortsetzen kann".

Von Behördenseite werde die Auflösung des Flüchtlingsheims mit ungenügenden Sicherheitsvorkehrungen begründet, die sich beim tragischen gewaltsamen Tod eines Flüchtlings in St. Gabriel im Mai 2018 gezeigt hätten. Dazu hieß es laut Kathpress, die Mitbrüder in St. Gabriel, die seit 26 Jahren Tür an Tür mit den Flüchtlingen leben, seien nicht besorgt wegen ihrer eigenen Sicherheit, sondern "wegen der unmenschlichen Behandlung von Asylsuchenden in Europa, inklusive in Österreich".

Man hoffe, dass die österreichische Regierung ihre gute Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirche fortsetzt, um die verletzlichsten Menschen zu schützen. In St. Gabriel wohnten zuletzt an die 110 Flüchtlinge, darunter 50 schwerkranke Menschen, 45 Angehörige und 24 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.





4 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-18 15:56:32
Letzte Änderung am 2018-06-18 20:45:48


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Ich werde niemals zulassen, dass du als Schwuler lebst"
  2. Österreich behält Grenzkontrollen bei
  3. Keine Ausnahmen bei Lehre für Asylwerber
Meistkommentiert
  1. Keine Ausnahmen bei Lehre für Asylwerber
  2. Österreich behält Grenzkontrollen bei
  3. "Ich werde niemals zulassen, dass du als Schwuler lebst"

Werbung




Werbung