• vom 21.01.2019, 13:29 Uhr

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Update: 21.01.2019, 15:53 Uhr

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Zahl der Rückkehrer auf hohem Niveau




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Von Michael Ortner

  • IOM unterstützte mehr als 3400 Menschen bei ihrer Rückkehr - nicht immer ist diese freiwillig.

Ein Rückkehrer in Afghanistan hat eine Schreibwarenhandlung eröffnet. - © IOM 2018

Ein Rückkehrer in Afghanistan hat eine Schreibwarenhandlung eröffnet. © IOM 2018

Die meisten Menschen kehrten 2018 in den Irak zurück.

Die meisten Menschen kehrten 2018 in den Irak zurück.© IOM 2019 Die meisten Menschen kehrten 2018 in den Irak zurück.© IOM 2019

Wien. 3469 Menschen haben vergangenes Jahr Österreich freiwillig verlassen. Dies geht aus Zahlen hervor, die die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Montag veröffentlicht hat. 2017 sind ähnliche viele Menschen (3546) in ihre Heimatländer zurückgekehrt. 2016 gab es ein Allzeithoch von 4800 Rückkehrern. Die meisten Menschen kehrten in den Irak, nach Serbien oder die Russische Föderation zurück. Die Kosten für die Rückkehr wurden zum größten Teil (3042) vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) getragen.

Die Zahl der IOM erfasst nicht alle Rückkehrer, da auch die Caritas und der dem Innenministerium nahestehende "Verein Menschenrechte Österreich" (VMÖ) Rückreisen organisieren. Beim VMÖ zählte man 2018 insgesamt 3016 Rückkehrer, bei der Caritas 1055.

Zahl der Abschiebungen gestiegen

Über eine Gesamtzahl verfügt das Innenministerium: Demnach gab es 5665 freiwillige Ausreisen (+9%) im vergangenen Jahr. 6946 Menschen wurden zwangsweise außer Landes gebracht, also in ihr Heimatland abgeschoben (+47%) oder in ein anderes EU-Land überstellt (-39%). In Summe sind dies 12.611 Menschen, eine Steigerung von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Kritik gibt es immer wieder daran, wie "freiwillig" die Entscheidung ist, Österreich zu verlassen. Ein Beispiel: Ein Asylwerber erhält einen negativen Asylbescheid und soll abgeschoben werden. Er kann seine Abschiebung verhindern, indem er sich zu einer "freiwilligen" Rückkehr entschließt.

IOM unterstützt keine Rückkehr nach Syrien

Das IOM betont aber: "Wir unterstützen nur Menschen, die sich freiwillig dazu entschlossen haben", sagt Sprecherin Andrea Götzelmann-Rosado. Es gebe jedoch eine große Bandbreite an Motivationen. Menschen kehren zurück, weil ein Familienmitglied krank ist, das Asylverfahren bereits negativ beschieden ist oder weil es die einzige Alternative zur Abschiebung ist. "Freiwilligkeit ist nicht immer der Ausdruck des größten Wunsches eines Menschen", sagt Götzelmann-Rosado.

Einen besseren Überblick würde etwa eine Statistik liefern, die den Asylstatus auflistet. Zahlen dazu sind aber laut IOM nicht verfügbar.

Die meisten Rückkehrer gab es 2018 in den Irak (617), gefolgt von Serbien (347) und der Russischen Föderation (299). Syrien ist als Rückkehrland nicht gelistet, weil das IOM eine Rückkehr "aus Sicherheitsgründen nicht unterstützt". Menschen, die nach Syrien zurückkehren gibt es dennoch: Laut VMÖ waren es im vergangenen Jahr 72 Menschen.

Sachleistungen als Reintegration

Um in ihrem Herkunftsland wieder Fuß zu fassen, unterstützt IOM Menschen aus dem Iran und Afghanistan im Rahmen eines Reintegrationsprojekts. 192 Menschen erhielten Sachleistungen wie Ausbildung, Waren, Vieh oder Werkzeug im Wert von jeweils 2800 Euro. Sie sollen sich damit eine neue Existenz aufbauen. Manche Rückkehrer machen sich selbstständig und eröffnen ein Lebensmittelgeschäft, andere fahren Taxi.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-01-21 11:40:45
Letzte Änderung am 2019-01-21 15:53:35



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