• vom 10.05.2013, 13:23 Uhr

Freizeit

Update: 10.05.2013, 14:15 Uhr

Psychologie

Mama am Pranger




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Von Monika Jonasch

  • Warum Mütter nichts richtig machen können
  • Mütter stehen unter Beobachtung: Wer Kinder hat, weiß es besser. wer keine hat, hat so seine Theorien, wie das eigentlich ginge, mit der Erziehung. Und wenn alles bestens läuft, bleiben die Kids womöglich im "Hotel Mama" hängen.

Die perfekte Mutter, das perfekte Kind, das perfekte Leben? Eine anstrengende Illusion. - © Corbis

Die perfekte Mutter, das perfekte Kind, das perfekte Leben? Eine anstrengende Illusion. © Corbis

Mütter müssen einiges aushalten. Nicht nur, dass sie zwischen Job, Kind und Haushalt balancieren und immer schön versuchen dürfen, alle Bälle in der Luft zu behalten – so kommen Kinderkrankheiten sicher immer in Jobstress-Phasen und dann sind natürlich weder Väter noch Omas noch Babysitter verfügbar.




Mehr Toleranz


Wenn Mütter anderen Müttern auf die Finger schauen, ob sie auch alles richtig machen, dann bleibt kein Auge trocken. Die schlimmsten Kritiker der Mütter sind Mütter! Wieso, warum, weshalb? Wir haben die beiden Mutterbuch-Autorinnen Silke Neumayer und Monika Bittl befragt, was hinter dieser nervigen Konfrontation steckt.
"Da steckt ein gesellschaftliches Phänomen dahinter, das nicht nur Mütter betrifft. Wir verlieren immer mehr die Toleranz für verschiedene Lebensentwürfe. Am Beispiel des Stillens zeigt sich das: Im Grunde ist es Müttern nicht mehr wirklich freigestellt, ob sie stillen wollen oder nicht. Denn wenn eine Frau es nicht tut, wird sie gleich als Rabenmutter betrachtet. Weil wir alle das Beste für unsere Kinder wollen, sind wir davon überzeugt, es besonders gut zu machen – und das übertragen wir dann auf andere Lebensmodelle und Erziehungsmethoden – ohne daran zu denken, dass es jede Mutter genau dann am besten macht, wenn sie auf ihr inneres Gespür hört. Vor fünfzig Jahren wurden Frauen noch an der Perfektion des Haushalts bewertet. Heute zerreißt sich die Ratschkathl von nebenan den Mund über die Perfektion im Muttersein", antworten die Autorinnen von "Alleinerziehend mit Mann" sowie "Muttitasking".
Selbst Mütter und berufstätig, kennen die beiden die Niederungen des Mutterdaseins aus eigener Erfahrung, haben es aber geschafft diese Erlebnisse positiv zu verarbeiten, in Buchform. Eine Bewältigungsstrategie, die wenigstens etwas bringt. Aber Mutter-Bücher gibt es doch schon so viele, warum mussten die beiden noch welche schreiben? "Weil wir kein Buch gefunden haben, das unsere Situation genau beschreibt und uns auch noch zum Lachen bringt. Außerdem hatten wir als berufstätige Mütter plötzlich so viel freie Zeit und Langeweile, da ist ein Buch schreiben doch ideal", witzeln die beiden. Bei aller Liebe zum Humor, wenn es um Toleranz für Mütter und ihr Bestreben, alles richtig zu machen, geht, hätten Neumayer und Bittl schon noch etwas anzumerken: Man sitze schließlich im selben Boot, auch wenn das manchmal kaum zu spüren sei.

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Dokument erstellt am 2013-05-08 13:41:58
Letzte Änderung am 2013-05-10 14:15:24



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