• vom 19.01.2013, 11:00 Uhr

Kulinarik

Update: 19.01.2013, 15:10 Uhr

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Die vegetarischen Suppen von "Suppen und Pedale" (Sup) werden u.a. an Bioläden geliefert, wo sie dann in den Regalen zu finden sind.

Die vegetarischen Suppen von "Suppen und Pedale" (Sup) werden u.a. an Bioläden geliefert, wo sie dann in den Regalen zu finden sind. Die vegetarischen Suppen von "Suppen und Pedale" (Sup) werden u.a. an Bioläden geliefert, wo sie dann in den Regalen zu finden sind.

Inzwischen ist das Start-Up "Suppen und Pedale" eine GmbH, die Köche Gedda und Henkel sind zugleich Geschäftsführer. Anfangs hatten sie gerade einmal eine Handvoll Kunden, heute sind es über 30. "Es hat eine Weile gedauert, bis wir davon leben konnten", erzählt Henkel, "im ersten Winter haben wir uns nur von Suppe ernährt, aber dafür von drei Litern am Tag."

Kochen haben ihm seine Eltern beigebracht - sein Vater war Koch - und mit ihnen war er auch oft in guten Restaurants unterwegs. Doch sein "geschmackliches Vorstellungsvermögen" hat er selbst entwickelt, indem er viel ausprobiert hat: "Ich überlege mir dann, wie ich Apfel mit Karotte zusammenbringe, ohne dass ich dabei den Karottengeschmack umbringe."

Auch die 50 Suppenrezepte hat er im Trial-and-Error-Prinzip entwickelt, neue Ideen fliegen ihm zu, wie er sagt: "Ich wache zum Beispiel auf, denke an Feta-Käse und überlege, welche Produkte es in dieser Urprungsregion noch gibt." Wenn man gewisse Regeln beachte, könne nicht viel schiefgehen: "Suppen sind ein sehr tolerantes Medium." Wichtig sei jedoch eine gute, selbstgemachte Bouillon - und hier ist sein Co-Chef, der Italiener Gedda, mit seiner typisch italienischen Küche tonangebend: Soffritto - in Öl angeschwitzte Zwiebel mit Gemüse - bildet die Basis der Suppen, das Kochen hat der 36-jährige Turiner von seiner Oma gelernt.

Doch allein durch eine zu großzügige Prise Salz kann einiges schiefgehen - daher rät Henkel zum sparsamen Salzen und berichtet auch von einem gescheiterten Gericht. Er scheiterte jedoch nicht mit einem selbst kreierten Rezept, sondern mit einem aus dem Internet. Die kalte Tomaten-Chili-Apfelsuppe schmeckte schlichtweg nicht. Sein Rat lautet daher: lieber auf das eigene Geschmacksvermögen vertrauen.

In Hinblick auf die Expansionspläne der Jungunternehmer scheint dieses Konzept Früchte zu tragen. Gemeinsam mit einer deutschen Firma arbeiten die beiden Köche derzeit an einem Prototyp für ein Lastenfahrrad zum Suppentransport, und seit Oktober werden die Suppen auch nach Bern geliefert - zwar mit konventionellem Lastwagen, doch innerstädtisch bringt dann ein Velokurier die Suppen zu ihren Abnehmern. Diese könnten allerdings mehr sein: "Es läuft etwas schleppend an, die Suppen sind eben ein Nischenprodukt, und das braucht Zeit."

Wer Suppe löffeln will, muss aber nicht bis in einen Kanton reisen: Henkel hat seine Rezepte Harald Kölbl anvertraut, der im Café Gagarin in Wien-Alsergrund kocht. Das studentische Lokal neben dem Alten AKH hat nach einer längeren Umbauphase seit November wieder geöffnet. Hier stehen neben einem täglich wechselnden Tagesteller auch zwei vegane Suppen zur Wahl, empfehlenswert ist auch der Antipasti-Teller und die für Wiener Verhältnisse beachtliche Auswahl an Limonaden. Und auch im Gagarin werden die Bio-Zutaten per Fahrrad herangeschafft - kein Wunder, ist doch Kölbl der Mitgründer des Wiener Lastenradkollektivs und das Gagarin ein beliebter Treffpunkt für Fahrradkuriere. Fertige Suppen werden im Wiener Pendant aber nicht per Velo transportiert.

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Berufe, Kulinarik, Wiener Journal

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Dokument erstellt am 2013-01-17 13:08:06
Letzte Änderung am 2013-01-19 15:10:22


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