• vom 23.07.2014, 16:17 Uhr

Reisen

Update: 23.07.2014, 16:27 Uhr

Wiener Journal

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Von Lisa Arnold

  • In Norwegen haben so manche kühle Köpfe mit ihren Innovationen die Welt bereichert. Heute kann man in Oslo den zeitlos modernen Geist spüren und sich zwischen Fjord und Skischanze selbst ein bisschen als Entdecker fühlen.

Moderne Architektur in Oslo.

Moderne Architektur in Oslo.© Lisa Arnold Moderne Architektur in Oslo.© Lisa Arnold

Am 17. Mai 2014 hatten die Norweger einen Grund zum Feiern: Es war ihr 200. Nationalfeiertag. Sie zelebrieren ihn, seit in dem beschaulichen Vorort Eidsvoll die demokratische Verfassung angenommen wurde. Ihre Grundprinzipien der Meinungsfreiheit und der Aufteilung der Staatsgewalten machten es zum damals fortschrittlichsten Dokument Europas. Es zeugt vom innovativen Geist, der dem skandinavischen Land bis heute innewohnt und sich durch alle Lebensbereiche zieht. Besucher können ihn auf einer Reise in die Hauptstadt Oslo besonders gut erleben.



Sprung mit offenen Armen

Oslo ist eine Stadt der Kontraste, und trotz des rauen Klimas lädt ein vielseitiges Angebot ins Freie ein. Einerseits gelangt man in kürzester Zeit an die Küste über den Oslo-Fjord, andererseits braucht man sich nur in die U-Bahn zu setzen, um ein weltberühmtes Skigebiet zu erreichen. Der Holmenkollen ist das Mekka des Skispringens und eng mit der Erfindung der rasanten Sportart verbunden: Schon im 19. Jahrhundert starteten Norweger die ersten Versuche, und seit 1892 messen sich die Besten auf dem Holmenkollbakken, der ersten Sprungschanze der Welt. Sie wurde für die Nordische Skiweltmeisterschaft 2011 komplett umgebaut und hat auch sonst alle wesentlichen Entwicklungen des Skispringens miterlebt: Lange Zeit sprang man mit kerzengeradem Körper und mit den Armen rudernd. In der Nachkriegszeit beugten sich die Profis nach vorn und streckten die Arme aus. Im Jahr 1986 setzte der Schwede Jan Boklöv neue Maßstäbe, indem er den sogenannten V-Stil einführte, bei dem er die Ski, die man bis dahin streng parallel hielt, hinten überkreuzte.

Im Skisimulator wird man als Besucher zwar nicht die nordische Kombination revolutionieren, aber man kann das atemberaubende Gefühl des Fliegens erleben. Außerdem gibt das umfangreiche Museum Einblicke in den Weltcup, und allein die Stufen vom Auslauf hinauf zum Schanzenzentrum zu erklimmen, ergibt eine eigene Trainingseinheit. Im Winter laden die Anlagen rund um den Holmenkollen auch Nicht-Profis ein, sich auf Ski im Schnee auszutoben.


Pølse, Lompe und Ostehøvel

Auch in Sachen Kulinarik kann Norwegen auf ein kurioses Novum zurückblicken: Vor fast 100 Jahren erfand der Tischler Thor Bjørklund im nahen Lillehammer den Käsehobel, der in der Landessprache Ostehøvel heißt. Während das Küchenutensil in Österreich noch ein Schattendasein fristet, geht in Skandinavien keine Jause ohne frisch gehobelten Käse. In Norwegen verrichtet es den Großteil seiner Arbeit am süßlichen Braunkäse. Wie der Name wenig verheißungsvoll andeutet, handelt es sich dabei um eine gewöhnungsbedürftige Sorte, die dem österreichischen Bergkäse in Sachen Würze und Konsistenz diametral gegenübersteht. Doch wer sie nicht probiert, hat Oslo nicht kennengelernt. Einfach im nächsten Rimi oder Kiwi – den Supermärkten mit den unschuldigsten Namen überhaupt – das Trio Infernale aus Hobel, Käse und dem hauchdünnen Kartoffelbrot Lompe besorgen – fertig ist der Oslo-Snack.

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Wiener Journal, Reise, Oslo

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Dokument erstellt am 2014-07-23 16:19:23
Letzte Änderung am 2014-07-23 16:27:23


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