• vom 01.06.2007, 17:03 Uhr

Wein

Update: 29.09.2013, 13:52 Uhr

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Von Johann Werfring

  • Paul Kerschbaum aus Horitschon wurde vom renommierten Falstaff-Magazin zum "Winzer des Jahres 2007" gekürt.

Paul Kerschbaum: Einst Trompetertalent, heute Topwinzer.

Paul Kerschbaum: Einst Trompetertalent, heute Topwinzer.© Johann Werfring Paul Kerschbaum: Einst Trompetertalent, heute Topwinzer.© Johann Werfring

Wenn man bedenkt, dass der Name Kerschbaum heute in Österreich zu den klingendsten Winzernamen zählt, ist es erstaunlich, dass die Erfolgsgeschichte des Horitschoner Weinguts erst vor knapp 20 Jahren begonnen hat. Eigentlich war der Lebensplan des jungen Paul Kerschbaum in den 1980er-Jahren noch ganz anders vorgezeichnet gewesen. Im Burgenland galt er als hoffnungsvolles Trompetertalent, spielte auch bei verschiedenen Blasmusikkapellen mit, errang musikalische Jugendpreise und war bereits drauf und dran, als Musiker Karriere zu machen.

Indes hatte sich 1988 im Hause Kerschbaum der Zwangspunkt der familiären Betriebsnachfolge ergeben. Kurzentschlossen orientierte sich Paul Kerschbaum um, absolvierte die Eisenstädter Weinbauschule und begann, den sieben Hektar umfassenden großelterlichen Weinbaubetrieb den Erfordernissen moderner Wirtschaftsweise anzupassen.


Die Rebfläche ist mittlerweile auf über dreißig Hektar angewachsen, alle möglichen nationalen und internationalen Preise zeugen von einer beeindruckenden Karriere. Vieles von seinem heutigen Können verdankt Kerschbaum seinen zahlreichen Weinreisen. Praktisch in allen bedeutenden Rotweinregionen sei er gewesen. "In jedn Weinbaubetrieb auf da Wöd how i mir wos o´gschaut", erläutert Kerschbaum in charmant-mittelburgenländischer Sprachausprägung.

Legendärer 1997er

Legendär ist vor allem sein 1997er Cabernet Sauvignon, über den heimische Weinexperten regelmäßig ins Schwärmen kommen. Heute umfasst das Sortiment zwei trinkanimierende klassisch ausgebaute Weine, nämlich Zweigelt und Blaufränkisch, und ab dem "Blaufränkisch Hochäcker Mittelburgenland DAC" beginnen die höheren Qualitäten. Letzterer darf im aktuellen Jahrgang 2005 zu den hervorragenden DAC-Vertretern gezählt werden. "Blaufränkisch Dürrau" stammt von einer Horitschoner Top-Lage und präsentiert sich im 2005er-Jahrgang dunkelfruchtig, bestens strukturiert, extraktreich und vollmundig.

Zu den Hochqualitäten zählen die elegante, vielschichtige und mächtige 2005er "Cuvée Impresario" aus Blaufränkisch, Zweigelt, Cabernet Sauvignon und Merlot sowie die ebenfalls dunkelfruchtige, sehr gediegene 2003er "Cuvée Kerschbaum" aus Merlot, Cabernet Sauvignon und Blaufränkisch, die der Winzer erst nach dreijähriger Lagerung in den Verkauf bringt.

Im Lauf der Jahre wurde ein eigener "Kerschbaum-Stil" hervorgebracht. Die Weine sind durchwegs wuchtig und füllig, jedoch zugleich trinkanimierend, ausgewogen und harmonisch im Säurespiel.

Print-Artikel erschienen am 1. Juni 2007
In: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 44



Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 2007-06-01 17:03:37
Letzte Änderung am 2013-09-29 13:52:36

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