• vom 12.01.2007, 11:20 Uhr

Wein

Update: 13.12.2015, 05:51 Uhr

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Paul Achs ist Falstaff-Sieger




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Von Johann Werfring

  • Siegerwein: Eine Golser Blaufränkisch-Kreszenz mit internationalem Format

Mit seinem Paradewein "Blaufränkisch Ungerberg 2004" machte der sympathische Winzer Paul Achs aus Gols beim renommierten Falstaff-Bewerb wieder einmal Furore. Der Siegerwein beeindruckt durch seine Gediegenheit und Eleganz ebenso wie durch sein saftiges Tannin, die ausgeprägte Fruchtigkeit und sein beachtliches Finale. Vor allem aber ist dieser Blaufränker wegen seiner bestechenden Süffigkeit zu loben. Er eignet sich als exklusiver Begleiter zu geselligen Tischgesellschaften ebenso wie als Speisebegleiter zu einer ganzen Palette von Gerichten. Die für die preisgekrönte Kreszenz zu berappenden 35 Euro sind vergleichsweise sehr günstig. Europäische Spitzenweingüter verlangen für vergleichbare Qualitäten 500 Euro und mehr. Der Blaufränkisch Ungerberg braucht weltweit mit den allerfeinsten Tröpfchen den Vergleich keinesfalls zu scheuen.

Nach Absolvierung der Weinbauschule Eisenstadt arbeitete Achs eine Zeit lang in einem kalifornischen Weingut, wo er eine Reihe von Impulsen für seine weitere Karriere erhielt. Die extreme Sauberkeit bei der Weinbereitung im kalifornischen Keller beeindruckte den jungen Praktikanten enorm. "Es war dort fast klinisch rein", schwärmt Achs heute noch von den Erfahrungen seiner Lehr- und Wanderjahre.

Schlüsselerlebnis

Während sein Vater noch auf Weiß- und Süßweine spezialisiert war, stellte Paul Achs das Sortenprogramm Anfang der 1990er Jahre radikal um. Die besten Lagen wurden nun hauptsächlich mit Blaufränkisch bestockt. Das Schlüsselerlebnis für sein Blaufränkisch-Faible hatte Achs Ende der 1980er Jahre beim erstmaligen Genuss des "Blaufränkisch Mariental" seines vormaligen Vorbildes und nachmaligen Kollegen bei den Renommierten Weingütern Burgenland (RWB), Ernst Triebaumer, aus Rust.


Neben dem Falstaff-Siegerwein gibt es im Achs´schen Sortiment noch eine ganze Phalanx von hochwertigen Blaufränkisch-Weinen. Beeindruckend ist alleine schon der reintönige, süffige, klassisch ausgebaute "Blaufränkisch 2005" (8,50 Euro). Fruchtig-lebendig ist der kräftige "Blaufränkisch Edelgrund 2005" (12,50 Euro) und ein wahrer Kapazunder ist der extraktreiche "Blaufränkisch Altenberg 2004" (35 Euro), der dem Siegerwein kaum nachsteht. Neben der Edelcuvée "Pannobile 2004" aus Blaufränkisch, Zweigelt und St. Laurent (22,50 Euro) ist vor allem noch der edle "Pinot Noir 2004" mit seiner grazil-verspielten Frucht hervorzuheben (28,50 Euro).

"Meine betriebliche Zukunft sehe ich sehr rosig, weil meine Rebanlagen vergleichsweise jung sind und mit zunehmendem Alter noch viel mehr Potenzial haben werden", bringt Paul Achs seine Erwartungen für die kommenden Jahre auf den Punkt. Seit August 2006 ist der Betrieb als Bioweingut zertifiziert. "Die biodynamische Umstellung ist eine große Herausforderung", freut sich der Winzer über die neue Aufgabenstellung. Auf alle Fälle bedeutet die Achs´sche Neuorientierung einen enormen Aufschwung für den biologischen Weinbau in Österreich.

Print-Artikel erschienen am 12. Jänner 2007
In: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal 02/2007", S. 44




Schlagwörter

Wein, Blaufränkisch, Gols

Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2007-01-12 11:20:32
Letzte Änderung am 2015-12-13 05:51:16

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