• vom 26.08.2011, 00:00 Uhr

Wein

Update: 29.01.2013, 00:25 Uhr

Werfrings Weinjournal

Zellerndorfer Beschaulichkeit




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Von Johann Werfring

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  • Das Weingut Prechtl in Zellerndorf erhielt kürzlich die "Goldene Kelle" des Landes Niederösterreich für vorbildliches Gestalten und Renovieren eines traditionellen Weinviertler Hakenhofes.

Der wunderschöne Innenhof mit Heurigenbereich. - © Petr Blaha

Der wunderschöne Innenhof mit Heurigenbereich. © Petr Blaha

Das Weingut Prechtl steht im Weinviertel für vorbildliche Grüne Veltliner. Gleich fünf verschiedene DAC-Weine kommen einzig und allein aus diesem Betrieb. Als Weinviertel-DAC-Qualitätsausschussobmann zählt Betriebsführer Franz Prechtl zu den Vordenkern des Weinviertel-DAC-Gedankens.

Der vorbildlich renovierte Hakenhof in Zellerndorf.

Der vorbildlich renovierte Hakenhof in Zellerndorf.© Petr Blaha Der vorbildlich renovierte Hakenhof in Zellerndorf.© Petr Blaha

Ihren traditionellen – mit Granitsteinen und Lehm gebauten – Weinviertler Hakenhof aus der Zeit um 1839 ließ die Familie Prechtl nach den Plänen des Hollabrunner Architekten Martin H. Steiner stilvoll und vorbildlich behutsam renovieren. Das Gebäude, inklusive Innenhof, dient dem Weingut nun als Wirtschaftsanlage für die Verwaltung, aber auch als Café, Degustationsbereich und "Sommerladen".


Für die Innenhofgestaltung konnte die Gartenplanerin Ulli Seher von "gruenhoch3" gewonnen werden. Im Hof befindet sich unter anderem ein Bauerngarten, und ein Teil des Geländes ist dem Heurigen gewidmet. Ein Nussbaum vertreibt die Gelsen und im Eck steht ein Marillenbaum. Auch ein Hausbrunnen ist vorhanden. Der Zaun in der Mitte des Hofes verweist noch auf die seinerzeitige Hühnerhaltung; heute stellt er ganz einfach ein strukturbildendes Element dar. Das Dach wurde von Prechtls Vater, einem gelernten Dachdecker, original eingemörtelt und gekalkt. Für die Eindeckung verwendete er alte Handschlager- und Taschenziegel.

Petra und Franz Prechtl, Zellerndorf.

Petra und Franz Prechtl, Zellerndorf.© Petr Blaha Petra und Franz Prechtl, Zellerndorf.© Petr Blaha

"Wir haben alles so belassen, wie es früher einmal gewesen ist, nur ein paar Zwischenmauern wurden entfernt, um mehr Licht hereinzulassen", sagt Franz Prechtl, der mit der Auszeichnung eine große Freude hat. Die Verleihung der "Goldenen Kelle" des Landes Niederösterreich an ein Weingut kann somit auch ein Anreiz für andere Winzer der Region sein, ihre alten Gemäuer nicht verfallen zu lassen.

Der im Haus befindliche Sommerladen und der schöne Heurige sind von April bis 24. Dezember, jeweils samstags von 10 bis 19 Uhr, geöffnet. Der Sommerladen gliedert sich in einen gastronomischen Teil, in dem auch Kaffee und selbstgemachter Kuchen gereicht werden, und in einen Verkaufsbereich für Accessoires, wo "Schnickschnack für die Frauenseele" feilgeboten wird, wie Petra Prechtl schmunzelnd bemerkt. Gemeint ist damit ein buntes Allerlei wie Decken, Pölster, Email-Geschirr, nostalgischer Wohnungsschmuck und dergleichen.

In einem Weinverkaufsraum stehen nicht nur sämtliche Tröpfchen aus dem Prechtl-Sortiment zum Kauf und zur Degustation bereit, sondern auch Feinkostviktualien aus den niederösterreichischen Regionen. So etwa gibt es Produkte aus der Retzer Gurkenmanufaktur, Chutneys von der Kamptaler Firma Grossauer, Schokolade von der Firma Landgarten in Bruck an der Leitha, Honig vom Bioimker, Pasteten, Würste, Speck, Brände, Essige und vielerlei Eingelegtes.

Am Samstag Vormittag wird im Sommerladen auch ein "Winzerfrühstück" aufgetischt: So etwa gibt es Delikatessen von der Großweikersdorfer Fleischerei Bergmann, wie luftgetrocknete Schinken- und Speckvariationen oder die mittlerweile regional zu Berühmtheit gelangten Würstel, die in reinem Grünen Veltliner gekocht werden. Der Wein dazu stammt – selbstredend – von Prechtl, die Würstel kommen von der Zellerndorfer Dorffleischerei Arthold, die für Zellerndorfreisende auch ansonsten eine recht empfehlenswerte Destination ist.

Info: T: 02945/2297, www.prechtl.at

Artikel erschienen am 26. August 2011
in der Kolumne "Werfrings Weinjournal"
In: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 22–23




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Dokument erstellt am 2011-08-24 11:53:18
Letzte Änderung am 2013-01-29 00:25:44


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