• vom 02.09.2011, 00:00 Uhr

Wein

Update: 29.01.2013, 00:26 Uhr

Werfrings Weinjournal

Gute Aussichten am Kranachberg




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Von Johann Werfring

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  • Der Winzer Hannes Sabathi aus Gamlitz in der Südsteiermark darf zu den raren Produzenten jener Weine gezählt werden, die das Prädikat "anspruchsvoll" verdienen.

Das Weingut Hannes Sabathi mit Buschenschank und Aussichtsterrasse am Gamlitzer Kranachberg. - © Johann Werfring

Das Weingut Hannes Sabathi mit Buschenschank und Aussichtsterrasse am Gamlitzer Kranachberg. © Johann Werfring

In den 1980er Jahren haben niederösterreichische, burgenländische und steirische Weinbaupioniere aufgezeigt, dass Weine aus österreichischen Rieden mit einer neuen Wirtschaftsweise unter Einhaltung penibler hygienischer Standards auf ein Niveau zu bringen sind, das bis dahin kaum jemand für möglich gehalten hatte. Es folgte eine Zeit der Konsolidierung, in der in den einzelnen Bundesländern immer mehr Weinmacher mit guten und sehr guten Rebensäften auf den Plan getreten sind. Zugleich erwuchs auf Konsumentenseite ein immer stärker ausgeprägtes Bewusstsein für Qualitätsweine.


Im letzten Jahrzehnt haben sich hierzulande neue Pioniere hervorgetan, die noch einen Schritt weiter gehen möchten und neuartige Weine keltern, die nicht nur als "gut" oder "sehr gut", sondern als "anspruchsvoll" zu qualifizieren sind (ich komme auf diesen Begriff noch zurück). Zum Teil handelt es sich um Akteure alteingesessener Betriebe, die schon vor 30 Jahren entscheidende Neuerungen erfolgreich umgesetzt haben. Augenfällig sind in dieser Hinsicht aber vor allem jene Neo-Pioniere, von denen zuvor noch kaum jemand etwas gehört hatte. Im Rotweinbereich ist einer von ihnen der in dieser Kolumne schon mehrfach erwähnte Südburgenländer Uwe Schiefer, der mit seinen zunächst als "eigenwillig" verschrieenen Tröpfchen vielfach auf Unverständnis gestoßen war, mittlerweile aber hohes Ansehen genießt. Zu den erst relativ kurze Zeit aktiven Produzenten "anspruchsvoller" Weißweine zählt Hannes Sabathi aus Gamlitz in der Südsteiermark, dem ich neulich einen Besuch abgestattet habe.

Hannes Sabathi (r.) im Gespräch mit dem Autor über die Relevanz der Gesteinsformationen für den Wein. Hier eine Opok-Aufschichtung am Pössnitzberg an der Staatsgrenze zu Slowenien.

Hannes Sabathi (r.) im Gespräch mit dem Autor über die Relevanz der Gesteinsformationen für den Wein. Hier eine Opok-Aufschichtung am Pössnitzberg an der Staatsgrenze zu Slowenien.© Bettina Bäck Hannes Sabathi (r.) im Gespräch mit dem Autor über die Relevanz der Gesteinsformationen für den Wein. Hier eine Opok-Aufschichtung am Pössnitzberg an der Staatsgrenze zu Slowenien.© Bettina Bäck

Zunächst einige Überlegungen zu der bemerkenswerten Tatsache, dass Österreich in der relativ kurzen Zeit von 30 Jahren zu einem auch international ernst genommenen "Weinland" aufsteigen konnte: Früher einmal (zumindest vor 1980) wurden hierzulande im trockenen Bereich Weine produziert, deren Genuss auf Trinkerseite eine gewisse Robustheit voraussetzte. Wer über eine solche Konstitution nicht verfügte, konnte sich an burgenländische Süßweine halten, von denen damals gesagt wurde, sie seien "Damenweine". Als dann ab den 1980ern "saubere" trockene Weine auf den Markt kamen, verschwand dieser Terminus zusehends.

Von nun an standen sämtliche Weintypen in einer Qualität bereit, die für breite Bevölkerungsschichten höchst ansprechend ist. Um es möglichst allen recht zu machen, wurden nun in vielen Fällen (unter Einsatz von aufwendiger Technik sowie Hinzufügung von Zusätzen wie Aromahefen, geschmacksintensivem Fassbrand und geschmeidigem Gummiarabikum) Weine produziert, die besonders abgerundet und aromatisch – eben "gefällig" und verständlich – sind.



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Dokument erstellt am 2011-08-30 18:32:17
Letzte Änderung am 2013-01-29 00:26:11


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