• vom 13.08.2010, 08:00 Uhr

Wein

Update: 19.01.2016, 03:40 Uhr

Werfrings Weinjournal

Sterne am Weinhimmel




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Von Johann Werfring

  • Die führenden österreichischen Weinguides und ihr Bewertungssystem.



Obwohl es hierzulande mittlerweile eine Anzahl von Magazinen, Führern und Online-Blogs zum Thema Wein gibt, sind nach meiner Einschätzung die beiden Periodika Falstaff und Vinaria qualitativ nach wie vor führend. Beide Unternehmen bringen neben den regelmäßig erscheinenden Zeitschriften einmal jährlich einen stets mit Spannung erwarteten Guide heraus.

Zweifellos am einflussreichsten ist in Österreich der Falstaff-Guide. Aktuell sind darin 463 Weingüter mit 3000 Rebensäfte vertreten, die von Falstaff-Chefredakteur Peter Moser überprüft, bewertet und beschrieben wurden. Bereits 2007 stellte Falstaff bei den Weingutbewertungen vom Drei-Sterne-System auf ein Fünf-Sterne-System um. Es ist für Weinfreunde immer spannend zu verfolgen, welche Betriebe aufgewertet wurden (Abwertungen kamen bislang nur selten vor). In den Olymp der Fünf-Sterne-Winzer sind heuer die Weingüter Gesellmann (Deutschkreutz), Pöckl (Mönchhof) sowie Prager (Weißenkirchen) aufgerückt.

Die Weine selbst werden im Falstaff-Guide nach dem 100-Punkte-System – welches auch der US-amerikanische Weinguru Robert M. Parker verwendet – qualifiziert. Als neue Kategorie gibt es nun ein Ranking der besten österreichischen Destillate. Zu diesem Zweck hat die Falstaff-Redaktion den vormals bei A la Carte tätigen Spezialisten Peter Hämmerle ins Boot geholt.

Bei Vinaria wurden die aktuell im Guide vertretenen 3500 Rebensäfte aus 390 Weingütern von einem 11-köpfigen Team bewertet. Chefredakteur Peter Schleimer entsendet seine Mitarbeiter alljährlich direkt in die Betriebe, wo sie das Potenzial der Rebensäfte vor den Augen der Winzer erkunden. Weine, denen nach Meinung des jeweiligen Einzelprüfers das Prädikat "Kreszenz" zukommt, gelangen in eine gedeckte Verkostung, an der sich das gesamte Vinaria-Team beteiligt. Im Falle einer positiven Beurteilung werden diese mit der Höchstnote "Top"-Wein ausgezeichnet.

Ebenso wie im Falstaff-Guide schon vor vier Jahren wurde im Vinaria-Guide heuer erstmals eine Beurteilung der Weingüter nach dem Fünf-Sterne- System vorgenommen, um zu einer besseren Feinabstimmung im Ranking zu gelangen. Die Weine werden im Vinaria-Guide nun nicht mehr – wie zuvor – mit Sternen, sondern nur noch mit Kürzeln wie "Tipp" und "Fun" qualifiziert.

Dass bestimmte prominente Erzeuger in dem einen oder anderen Guide nicht aufscheinen, hat damit zu tun, dass sich diese in den vergangenen Jahren ungerecht beurteilt fühlten. So etwa fehlt im Vinaria-Guide das Mönchhofer Weingut Pöckl, und im Falstaff-Guide wird man beispielsweise den südburgenländischen Blaufränkischexperten Uwe Schiefer vergeblich suchen. Alles in allem ermöglicht das Gleichziehen der beiden Guides bei der Weingutbewertung nun endlich einen direkten Vergleich. Es wäre indes zu begrüßen, wenn sich die führenden Guides auch beim Weinranking auf einen einheitlichen Modus einigen könnten.

Artikel erschienen am 13. August 2010
In: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 22





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Dokument erstellt am 2013-10-04 02:53:41
Letzte Änderung am 2016-01-19 03:40:22


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