• vom 04.04.2014, 11:00 Uhr

Wein

Update: 31.08.2016, 21:10 Uhr

Weinjournal

Bio-Fusion in Wien:
Wieninger übernimmt Hajszan-Neumann




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Von Johann Werfring

  • Das nach Demeter-Richtlinien zertifizierte Weingut Hajszan-Neumann hat sich im vergangenen Jahrzehnt zu den namhaftesten Wiener Weinbau-Unternehmen hochgearbeitet. Nun wird der 20-Hektar-Betrieb vom – ebenfalls biodynamisch produzierenden – Weingut Wieninger übernommen.

Der Weingartenheurige am Nussberg wird demnächst von Fritz Wieninger eröffnet. - © Johann Werfring

Der Weingartenheurige am Nussberg wird demnächst von Fritz Wieninger eröffnet. © Johann Werfring

Nachdem Stefan Hajszan mit dem Universitätsbräuhaus eine florierende Stätte Wiener Gastlichkeit auf die Beine gestellt hatte, wandte er sich zu Beginn des neuen Milleniums auch dem Weinbau zu. Seinen ersten Weingarten hatte er im Jahr 2000 geschenkt bekommen. Da ihm das neue Metier von Anfang an große Freude bereitete, schuf er binnen wenigen Jahren einen Wiener Weinbaubetrieb von nennenswerter Größenordnung.

Fritz Wieninger, der den Betrieb nun übernimmt, zählte zu den Starthelfern des önophilen Quereinsteigers. Hajszan hatte überhaupt von vornherein ein feines Gespür für Kooperationen: Neben Wieninger unterstützen ihn bei seiner Aufbauarbeit auch Peter Veyder-Malberg (Spitz an der Donau), Fred Loimer (Langenlois) und Stefan Tscheppe (heute bei Esterházy unter Vertrag).


2005 begann sich Stefan Hajszan für biologischen Weinbau zu interessieren, und schon im Jahr darauf setzte die Umstellungsphase zum Demeter-Betrieb ein – 2009 war das Weingut entsprechend zertifiziert. Damit war Hajszan der erste Wiener Bio-Weinbaubetrieb mit entsprechender Marktrelevanz. Seine biologisch erzeugten Gewächse hatten auch imagemäßig von vornherein beträchtliche Wirkung.

Als passionierter Gastronom verstand Hajszan den edlen Rebensaft alsbald in ein kulinarisches Konzept einzubetten: Im Jahr 2007 eröffnete er in Wien-Döbling zugleich mit der neuen Kellerei ein mondänes Restaurant mit stark saisonal bestimmter, heimischer Küchenlinie, in dem der Wein sogleich die erste Geige spielte. Wenig später eröffnete er am Nussberg seine idyllische Buschenschank inmitten der Weinstöcke, wo die Gäste herrliche Umschau auf den Leopoldsberg und die Weltstadt Wien halten können.
Mit dem Einstieg des Architekten Heinz Neumann als Partner im Jahr 2011 wurde das Weingut von 13 auf 20 Hektar aufgestockt und der Name von "Weingut Hajszan" auf "Weingut Hajszan-Neumann" modifiziert. Damit stand nun eine Anbaufläche, die für Wiener Verhältnisse bereits beachtlich ist, zur Verfügung, darunter herausragende Rieden am Nussberg. Angebaut wurden vor allem Riesling, Grüner Veltliner und Chardonnay, auch ein Gemischter Satz sowie eine gehobene Rotweincuvée war im Sortiment.

Die nunmehrige Übernahme des Weinguts kommentiert Stefan Hajszan mit persönlicher Überforderung. Allein das Universitätsbräuhaus habe ihn physisch stark beansprucht und sei für ihn praktisch ein Full-Time-Job. Noch dazu habe sich der Aufwand, ein Weingut zu führen, zuletzt beträchtlich erhöht. Der gestiegene bürokratische und formalistische Aufwand und die geradezu ausufernden Aufzeichnungspflichten hätten ihn – da er völlig auf sich allein gestellt war – zunehmend überfordert, so Hajszan. Auch sein zusehends zu kurz gekommenes Privatleben (erst vor einem halben Jahr ist er Vater von Zwillingen geworden) habe bei der Verkaufsentscheidung eine Rolle gespielt.

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Schlagwörter

Weinjournal, Wein, Biowein, Öko

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-04-09 10:33:52
Letzte Änderung am 2016-08-31 21:10:40


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