• vom 11.04.2014, 10:37 Uhr

Wein

Update: 14.04.2014, 14:12 Uhr

Weinjournal

Lössige Frühlingsgenüsse




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Von Johann Werfring

  • Mit der neu ins Leben gerufenen Veranstaltungsserie "Lössfrühling" wird im Weinbaugebiet Wagram ab morgen, Samstag, sechs Wochen lang für Wein-, Kultur- und Naturliebhaber leistbare Erquickung geboten.

Wenn ich auf ein besonders gutes Preis-Wert-Verhältnis von Rebensäften angesprochen werde, dann kommt mir zuallererst das östlich von Krems gelegene Weinbaugebiet Wagram in den Sinn. Fast alle Weinbaubetriebe, selbst die renommiertesten, haben hier bereits im 5-Euro-Bereich ordentliche Qualitäten im Angebot. Und nicht wenige bieten im Segment zwischen 5 und 10 Euro exzellente Gewächse an. Von der Mentalität her sind die Wagramer Weinbauern, soweit sie mir bekannt sind, überwiegend als bodenständig, auffallend gutmütig und gastfreundlich zu bezeichnen. Insofern traue ich ihnen zu, dass sie ungeachtet ihres zuletzt beträchtlich gestiegenen Renommees die moderate und stammkundengerechte Preispolitik auch künftig fortsetzen und nicht in eine Goldgräberstimmung mit immer höheren Preisen verfallen werden, wie das in manchen Gegenden in der Vergangenheit der Fall gewesen ist.

Die neue Veranstaltungsserie am Wagram bezieht ihren Namen aus der für den Weinbau (und damit auch für die Weinqualität) nicht unwesentlichen Bodenbeschaffenheit des Gebietes: Der niederösterreichische Wagram gilt europaweit als einzigartige Lössstufe, die zum Teil auch mit Terrassen ausgestattet ist. Es gibt dort zahlreiche Einschlüsse von Muscheln und Meeresgetier. Rund neun Zehntel der Wagramer Weingärten stehen auf Lössböden, die vor allem für die Leitsorte des Gebietes, nämlich für den Grünen Veltliner, vorteilhaft sind.

Information

Lössfrühling am Wagram
vom 12. April bis 4. Mai
Zum Abschluss gibt es das Kellerfest "Frühlingserwachen" vom 2. bis 4. Mai,
Tel. 02272/675 66 bzw. 0664/101 14 36,
http://tiny.cc/loessfruehling


Neben dieser Sorte ist der Wagram auch für den Roten Veltliner bekannt. Obwohl die Bezeichnung anderes vermuten lassen mag, handelt es sich hierbei um eine Weißweinsorte. Zwar ist der Anteil des Roten Veltliners an der gesamten Rebfläche am Wagram nur gering (etwa 72 Hektar entfallen dort auf den Roten Veltliner), allerdings ist diese Sorte eine ausgesprochene Spezialität, die von einzelnen Winzern auf ein hohes Niveau gebracht wird. Der Rote Veltliner in dessen ansprechender Säure oftmals in einzigartiger Weise die Mineralität mitschwingt ist von der weingärtnerischen Pflege her schwierig zu meistern. Nur hoch spezialisierte Könner sind imstande, ihn auf hohes Niveau zu bringen. Insofern darf diese Spezialität als ausgesprochene Rarität gelten. In meisterlicher Weise setzt sich mit dieser Sorte Josef Fritz aus Zaussenberg der überhaupt zu den ganz großen Talenten des Gebietes zählt auseinander. Aber auch Winzer wie Stefan Bauer (Königsbrunn), Karl Schuster (Großriedenthal), Toni Söllner (Gösing) sowie Franz Leth, Kolkmann und Wimmer-Czerny (Fels) bieten hervorragende Formate.

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Weinjournal, Lössfrühling

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-04-09 10:42:27
Letzte Änderung am 2014-04-14 14:12:11


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