• vom 05.09.2014, 10:21 Uhr

Wein

Update: 01.05.2015, 16:35 Uhr

Weinjournal

Eine Bühne für den Impresario




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Von Johann Werfring

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  • Das Horitschoner Weingut Paul Kerschbaum hat eine neue Repräsentanz. Am kommenden Sonntag gibt es für Kerschbaum-Fans und solche, die es noch werden möchten, ein fulminantes Eröffnungsfest.

Nähert man sich von Wien kommend dem mittelburgenländischen Weinort Horitschon, so wird man gleich bei der Ortseinfahrt eines ungewöhnlichen Gebäudes ansichtig, welches kürzlich von Kurt-Peter Heinrich von den Wiener ACC Architekten für das Weingut Paul Kerschbaum gestaltet wurde. Im Kontext mit der vorherrschenden Rebsorte, nach der die Region seit geraumer Zeit "Blaufränkischland" heißt, lassen die fröhlich wirkenden Ringerln, mit denen das Haus rundum vom Erdboden bis zum Dach hinauf bestückt ist, in erster Linie an Weinbeeren denken. Freilich könnte manch einer auch auf die Idee kommen, dass es sich um die Andeutung jener vitalen Bläschen handelt, die sich im Glas bilden, wenn man einen guten Wein eingeschenkt bekommt. In Berücksichtigung des Winzernamens und des Etiketts, das einen Kirschbaum zeigt, könnte der markante Gebäudeschmuck aber auch als eine Ansammlung von stilisierten Kirschen gedeutet werden.

Passend dazu befindet sich gleich neben dem Haus ein Garten mit etlichen Dutzend Kirschbäumen, der sich kommod über den Degustationsraum erreichen lässt. Schon im kommenden Frühling soll dort ein Kirschblütenfest über die Bühne gehen. Wenn die Früchte dann reif sind, wird es Weinreisenden gestattet sein, nicht nur zu naschen, sondern auch ein passendes Quantum für den eigenen Bedarf zu ernten.


Zugleich mit der Eröffnung der neuen Repräsentanz, der auch ein beachtliches Flaschenlager beigeordnet ist, hat sich der 33 Hektar mächtige Betrieb personell neu formiert: Betriebsinhaber ist nach wie vor Paul Kerschbaum, Geschäftsführer ist nun dessen Sohn Michael Kerschbaum, und zum Betriebsleiter wurde Josef Pusch bestellt, der in leitender Position bei den Vereinten Winzern Horitschon und sodann in führender Stellung im Weingut Esterházy tätig war. Sowohl Michael Kerschbaum als auch Josef Pusch sind Absolventen der Klosterneuburger Weinbauschule  und Weinbauingenieure.

Paul Kerschbaum, der den Betrieb in den 1980er Jahren aufgebaut hat, darf zu jenen Winzerpersönlichkeiten gezählt werden, welche ab den 1990er Jahren wesentlich zum Boom des Rotweins in Österreich beigetragen haben. Von den renommierten Weinmagazinen des Landes wurden seine Weine hoch prämiert, unter anderem erhielt er 2003 die "Vinaria"-Trophy, und der "Falstaff"-Verlag kürte ihn 2007 zum "Winzer des Jahres". Überregionale Berühmtheit erlangte Kerschbaum vor allem mit seiner Premium-Cuvée Impresario, die in punkto Tiefgründigkeit von der seit 1999 im Sortiment befindlichen "Cuvée Kerschbaum" noch übertrumpft wird. Legendär wurde der 1997er Cabernet Sauvignon. Neben zwei klassischen Blaufränkern gibt es auch noch einen Sortenvertreter in der Premiumkategorie aus der renommierten Lage Dürrau.

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Dokument erstellt am 2014-09-10 10:13:26
Letzte Änderung am 2015-05-01 16:35:23


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