• vom 12.12.2014, 14:00 Uhr

Wein

Update: 30.11.2015, 23:38 Uhr

Weinjournal

Blaufränkisch im internationalen Fokus




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Von Johann Werfring

  • Im Falkensteiner Hotel Wien Margareten kommentierte kürzlich der international angesehene Weinkritiker Stuart Pigott gemeinsam mit dem in Wien tätigen Sommelier Steve Breitzke im Rahmen einer "Masterclass" die Entwicklung des Blaufränkischen am Beispiel der Formate vom südburgenländischen Eisenberg.

Der britische Weinkritiker Stuart Pigott (rechts) und der in Wien tätige Spitzensommelier Steve Breitzke (links).

Der britische Weinkritiker Stuart Pigott (rechts) und der in Wien tätige Spitzensommelier Steve Breitzke (links).© Johann Werfring Der britische Weinkritiker Stuart Pigott (rechts) und der in Wien tätige Spitzensommelier Steve Breitzke (links).© Johann Werfring

Der britische Weinkritiker Stuart Pigott gilt als profunder Kenner des Weins in den deutschsprachigen Ländern, was er insbesondere mit seinem im Jahr 2007 erschienenen voluminösen Werk "Wein spricht Deutsch" – in dem auch die österreichischen Verhältnisse gut dokumentiert sind – unter Beweis gestellt hat. Der gebürtige Thüringer Steve Breitzke zählt zu den führenden Weinfachleuten Österreichs, aktuell arbeitet er als Head Sommelier im Restaurant Le Loft/Sofitel Vienna Stephansdom.

Die von Pigott und Breitzke geleitete "Masterclass" zum Thema "Eisenberg im internationalen Dialog" war gut besucht, unter den Teilnehmern befanden sich zahlreiche bekannte Persönlichkeiten der österreichischen Weinszene. Aus dem südlichen Burgenland waren jene Winzer mit von der Partie, die mit ihren Blaufränkischen bei der Appellation "Eisenberg DAC" vertreten sind.


"Die Zeit der überextrahierten Rotweine ist vorbei, ein paar Exoten sind davon noch erhalten", erläuterte Pigott bei seiner Eröffnung des Dialogs. Es gebe dazu heute eine Kontrabewegung, ein Vertreter davon sei der Blaufränkische. Dass der österreichische Blaufränkische in letzter Zeit eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht hat, sei auch damit bewiesen, dass deutsche Winzer beginnen, anstelle des deutschen Synonyms "Lemberger" die österreichische Bezeichnung "Blaufränkisch" aufs Etikett zu schreiben. Noch vor 20 Jahren habe dieser Sorte niemand einen derartigen Aufschwung zugetraut, wie er aktuell im Gange sei.

Infolge des an internationalen Vorbildern orientierten Ausbaustils vieler heimischer Weine in den vergangenen Jahrzehnten sei heute international (mitunter sogar unter Experten) zum Teil noch die Vorstellung vorhanden, dass burgenländische Rotweine überaus breitschultrig – eben wahre Kraftpakete – seien. Insidern sei hingegen bekannt, dass österreichische Topwinzer vor einiger Zeit begonnen haben, den Störfaktor Eiche zu entfernen, man habe eingesehen, dass die Holztöne nicht vordergründig sein dürfen. Die Reduzierung der Holztöne, so Pigott, habe beim Blaufränkischen etwas gebracht, man dürfe auf künftige Entwicklungen gespannt sein.

Steve Breitzke erklärte, man solle den Blaufränkischen keinesfalls mit internationalen Sorten vergleichen (wie dies in den vergangenen Jahren immer wieder getan wurde). Es sei sehr positiv, dass der Blaufränkische eine recht eigenständige Sorte ist. Noch vor gar nicht so langer Zeit habe man diese Eigenständigkeit durch Verschnitt mit anderen Sorten abgemildert. Indes begänne man nun, dem Sortencharakter auf die Spur zu kommen. Es sei auch erforderlich die Gastronomie zu zwingen, die unverfälschte Typizität des Blaufränkischen zu propagieren, so Breitzke.

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Dokument erstellt am 2014-12-13 01:08:27
Letzte Änderung am 2015-11-30 23:38:32


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