• vom 05.01.2015, 10:00 Uhr

Wein

Update: 06.02.2016, 20:52 Uhr

Weinjournal

Melnik und Mavrud in Margareten




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Von Johann Werfring

  • Im 5. Wiener Gemeindebezirk hat Marin Zumbulev eine Vinothek mit einer feinen Auswahl an Gewächsen aus seiner bulgarischen Heimat etabliert.

Marin Zumbulev in seinem vinophilen Refugium in Wien-Margareten. - © Georg Zumbulev

Marin Zumbulev in seinem vinophilen Refugium in Wien-Margareten. © Georg Zumbulev

In Bulgarien wurde die Weinkultur bereits von den Thrakern gepflogen, und auch nach der im Gefolge der politischen Wende vollzogenen Redimensionierung ist immer noch eine Rebfläche vorhanden, die ungefähr dem doppelten Ausmaß der österreichischen entspricht. Trotz ihrer langen, bewegten Geschichte haben die bulgarischen Weine bislang auf den österreichischen Weinkarten kaum stattgefunden.

Diese Schieflage zu ändern und die Gaumen der österreichischen Weinfreunde mit den Eigenheiten und der Aromenwelt bulgarischer Kreszenzen vertraut zu machen, ist die Absicht von Marin Zumbulev, der als kleines Kind mit seinen Eltern nach Österreich kam und gegenwärtig hauptberuflich in der Werbebranche tätig ist. Nachdem er sich allmählich zum Weinliebhaber entwickelt hatte, ist ihm die Absenz bulgarischer Gewächse in Österreich schmerzvoll aufgefallen.

Information

Vinothek Vinoto
1050 Wien, Schönbrunner Straße 55
Mi bis Fr 16–19 Uhr, Sa 14–18 Uhr
Tel. 0664/465 92 92, www.vinoto.at


Kurz entschlossen hat er das Geschäftslokal eines Landsmannes im Herzen von Margareten, genauer gesagt in der Schönbrunner Straße Nr. 55 nahe der U-Bahn-Station Pilgramgasse, übernommen und dort eine kleine, aber feine Vinothek unter der Bezeichnung "Vinoto" eingerichtet. Deren ausschließlicher Fokus liegt auf bulgarischen Weinen, wovon derzeit rund 40 Exemplare im Angebot sind, was auch mittelfristig als ausreichendes Angebot betrachtet wird. "Unsere bulgarischen Weingärten liegen etwa auf dem gleichen Breitengrad wie die bekannteren Herkünfte Bordeaux und Toskana, zudem haben wir etwa auf dem roten Sektor sehr interessante autochthone Rebsorten zu bieten", so Marin Zumbulev im Originalton.

Die vielversprechendsten Rebsorten sind wohl der südlich der Pirinberge an der Grenze zu Griechenland gedeihende breitblättrige Melnik, der nach seinem pittoresken Herkunftsort benannt ist und aus der heißesten Anbauzone überhaupt stammt, sowie der in verschiedenen Landesteilen angebaute Mavrud, der wahrscheinlich das größte Potenzial der autochthonen Rebsorten besitzt; weiters ist die etwas "schräg" anmutende Kreuzung aus Nebbiolo und Syrah namens Rubin reinsortig oder in der Cuvée mit anderen Sorten immer einen Versuch wert. Freilich dominieren heutzutage insgesamt die französischen Rebsorten Cabernet, Merlot und Shiraz den Qualitätsmarkt. Dies ist auch insofern verständlich, als rund 90 Prozent der bulgarischen Qualitätsweine für den Export bestimmt sind.

Weitläufiges Weinland

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Dokument erstellt am 2015-01-05 10:07:55
Letzte Änderung am 2016-02-06 20:52:20


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