• vom 20.02.2015, 20:11 Uhr

Wein

Update: 25.11.2016, 05:58 Uhr

Weinjournal

Noblesse von kühler Riede




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Von Johann Werfring

  • Der gebürtige Salzburger Peter Veyder-Malberg gilt in Insiderkreisen als einer der bemerkenswertesten Weinmacher Österreichs.

Peter Veyder-Malberg, Wachauer Biowinzer mit Fingerspitzengefühl.

Peter Veyder-Malberg, Wachauer Biowinzer mit Fingerspitzengefühl.

© Johann Werfring

Peter Veyder-Malberg, Wachauer Biowinzer mit Fingerspitzengefühl.

© Johann Werfring

Peter Veyder-Malberg ist weinhalber viel in der Welt herumgekommen. In Österreich hatte er sich ab den 1990er Jahren als Betriebsleiter und Önologe des Weinviertler Schlossweingutes Graf Hardegg einen Namen gemacht, ehe er 2008 in der Wachau den Schritt in die Selbständigkeit wagte.

Wenn Veyder-Malberg vom biodynamischen Weinbau in seinen Wachauer Rieden erzählt, dann nimmt man ihm seine ökologische Gesinnung auch ab. Die Spitzenqualitäten des kleinen Weinguts mit Sitz in Spitz an der Donau reifen auf exponierten Terrassenlagen heran, die äußerst aufwendig zu bewirtschaften sind. Ein Großteil der Reben zählt zwischen 30 und 50 Lenze. Die Flaschenhälse der Top-Kreszenzen tragen Aufkleber mit dem Vermerk "Wein aus traditioneller Handarbeit – kein Traktoreinsatz". Zur Verarbeitung gelangen ausschließlich gesunde Trauben ohne jeglichen Botrytisbefall.


Alles in allem darf Peter Veyder-Malberg in der österreichischen Weinszene als eine der raren Ausnahmeerscheinungen angesehen werden. Ebenso wie unter Tausenden Schachspielern nur ganz wenige Talente zu finden sind, die das Spiel der Könige auf künstlerischem Niveau betreiben, sind unter Tausenden Winzern nur einzelne Könner ausfindig zu machen, die sublime Formate zu machen in der Lage sind. Dass Veyder-Malberg einer von ihnen ist, hat er mit beeindruckender Kontinuität unter Beweis gestellt.


© Johann Werfring © Johann Werfring

Außergewöhnlicher Riesling

Es gibt Kreszenzen, die derart außergewöhnlich sind, dass Weinfreunde der leer getrunkenen Bouteille in ihrer Behausung einen Ehrenplatz einräumen, an dem sie viele Jahre stehen bleibt. Der aktuell im Verkauf befindliche Viesslinger Riesling Bruck 2013 ist ein solcher Wein. Er ist für mich der edelste Wein aus dem Sortiment von Veyder-Malberg und überhaupt einer der besten Weine Österreichs, die derzeit erhältlich sind.

Die Riede Bruck gilt als eine der höchst gelegenen und kühlsten Lagen der Wachau. Das Fruchtspiel des verspielt-noblen 2013er Viesslinger Riesling Bruck, der ungeachtet seines hohen Potenzials mit nur 12,2 Volumenprozent Alkohol auskommt, ist als ganz hell zu bezeichnen. Die wahrgenommenen Komponenten aus Pfirsichfrucht, Kräutereinsprengseln nach Thymian und Salbei sowie die begleitenden Töne nach Zitrus und Grapefruit ergeben eine wohlausgewogene Stimmigkeit. Die relativ hohe Säure (8,7 g/l) lässt die ausgeprägte Mineralik im langen Bogen auf einzigartige Weise oszillieren (keine Sorge, die Säure ist keine Spur angriffig). Das noch junge Reifestadium erfordert es, dass man den Wein in eine Karaffe umgießt und im Kühlschrank ablüftet. Der Wein hat ein Top-Reifepotenzial.

Preis im Pub Klemo: 39,50 Euro (1050 Wien, Wehrgasse 1, Online-Bestellmöglichkeit: www.pubklemo.at). Tipp: Es sind dort auch noch die Jahrgänge 2011 und 2012 vorrätig.

Print-Artikel erschienen am 20. Februar 2015
In: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 32




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2015-02-20 20:12:51
Letzte Änderung am 2016-11-25 05:58:56


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