• vom 27.03.2015, 14:00 Uhr

Wein

Update: 23.04.2016, 00:59 Uhr

Weinjournal

Purismus im Visier




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Von Johann Werfring

  • Ein junger Winzer mit feinsinnigem Gespür für edle Rebensäfte bereichert neuerdings das önophile Geschehen im Weinbaugebiet Carnuntum.

Michael Auer (Höflein) beim Rebschnitt. 
- © Johann Werfring

Michael Auer (Höflein) beim Rebschnitt.

© Johann Werfring

Als ich im November 2011 in einer kleinen Kunstgalerie in Wien-Ottakring die Weine von Michael Auer erstmals verkostete, war ich erstaunt: Er war damals ein noch kaum bekannter Winzer aus dem Weinbaugebiet Carnuntum. Die von ihm betreuten Weinernten in Höflein bei Bruck an der Leitha konnte man damals noch an einer Hand abzählen. Bereits bei dieser ersten Begegnung hatte ich den Eindruck gewonnen, dass der junge Winzer überdurchschnittlich talentiert ist.

Information

Weingut Michael Auer
2465 Höflein, Dorfstraße 89
Tel. 02162/624 31
www.weingut-auer.com

Schon in seiner Jugend hatte Michael Auer in der elterlichen Landwirtschaft mitgeholfen. Zu jener Zeit war indes auf Auer’scher Scholle von Qualitätsweinbau noch weit und breit nichts zu bemerken gewesen. Der Weinbau wurde vom Großvater des heutigen Betriebsinhabers nebenbei auf zwei Hektar Rebfläche betrieben, die Erträgnisse verkaufte man im Gebinde.


Das önophile Umfeld in der Carnuntiner Gegend inspirierte Michael Auer dennoch gehörig. So entschloss er sich – nach Ablegung der Reifeprüfung an der Handelsakademie in Bruck an der Leitha – an der Universität für Bodenkultur Wien das Bakkalaureatsstudium "Weinbau, Önologie und Weinwirtschaft" zu inskribieren. Im zweiten Studienjahr (2010) machte er im Rahmen seiner Önologie-Ausbildung ein Praktikum im Göttlesbrunner Weingut von Gerhard Markowitsch, der seit langem als renommiertester Winzer des Weinbaugebietes Carnuntum gilt.

Der Wein und die Wehrkirche sind die Wahrzeichen von Höflein.

Der Wein und die Wehrkirche sind die Wahrzeichen von Höflein.© Johann Werfring Der Wein und die Wehrkirche sind die Wahrzeichen von Höflein.© Johann Werfring

Nebenher werkte Michael Auer damals auch schon als Weinmacher in Höflein, denn die Verantwortung für die Weinbaufläche war vom Großvater direkt auf ihn übergegangen. Infolge der Übernahme der großväterlichen Weinbauflächen mussten nun Entscheidungen getroffen werden: Das Studium fortzusetzen und – wie geplant – hernach auch noch Auslandspraktika zu machen, ließ sich mit der Führung eines eigenen Weinguts nicht vereinbaren. In diesem Falle hätte er seine Anbauflächen verpachten müssen.

Der niederösterreichische Landessieg 2011 mit Syrah Kirchtal 2009 (einer seiner ersten eigenen Weine) hatte Michael Auers Begeisterung angefacht. So entschloss er sich bei Gerhard Markowitsch weiterzuarbeiten und nebenher das eigene Weingut aufzubauen. Die Zusammenarbeit mit Gerhard Markowitsch erwies sich als derart gedeihlich, dass ihn dieser schließlich zu seinem Kellermeister machte (diese Funktion hat er bis heute inne). Auer hatte von Markowitsch weinbaulich ohnedies alles gelernt, insofern war der Abschluss des Bakkalaureatsstudiums obsolet geworden. Im Weingut Gerhard Markowitsch hatte Michael Auer zudem die Liebe seines Lebens (Carina Hechinger) kennengelernt – heuer im August wird Hochzeit gefeiert.

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Schlagwörter

Weinjournal, Wein, Carnuntum, Purismus

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Dokument erstellt am 2015-04-01 13:26:28
Letzte Änderung am 2016-04-23 00:59:20



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