• vom 03.07.2015, 13:00 Uhr

Wein


Weinjournal

Grenzenlose Riesling-Erquickung




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Von Johann Werfring

  • Unter dem Motto "Riesling United" hat das Wiener Weingut Mayer am Pfarrplatz kürzlich fünf weitere renommierte Winzer aus Österreich und Deutschland zu einem Riesling-Abend der Superlative geladen.

V.l.n.r.: Franz Hirtzberger (Weingut Franz Hirtzberger, Spitz/Wachau, Österreich), Richard Grosche (Weingut Reichsrat von Buhl, Deidesheim/Pfalz, Deutschland),  Roman Niewodniczanski (Weingut Van Volxem, Witlingen/Saar, Deutschland), Michael Moosbrugger (Schloss Gobelsburg, Langenlois/Kamptal, Österreich), Gerhard J. Lobner und Paul Kiefer (Weingut Mayer am Pfarrplatz, Wien, Österreich) sowie Gunter Künstler (Weingut Künstler, Hochheim/Rheingau, Deutschland). - © Katharina Khoss

V.l.n.r.: Franz Hirtzberger (Weingut Franz Hirtzberger, Spitz/Wachau, Österreich), Richard Grosche (Weingut Reichsrat von Buhl, Deidesheim/Pfalz, Deutschland),  Roman Niewodniczanski (Weingut Van Volxem, Witlingen/Saar, Deutschland), Michael Moosbrugger (Schloss Gobelsburg, Langenlois/Kamptal, Österreich), Gerhard J. Lobner und Paul Kiefer (Weingut Mayer am Pfarrplatz, Wien, Österreich) sowie Gunter Künstler (Weingut Künstler, Hochheim/Rheingau, Deutschland). © Katharina Khoss

Hundert Weinfreunde hatten kürzlich das Vergnügen, im Gewölbekeller des Wiener "Pfarrwirtes" 30 Rieslinge von den Weingütern Mayer am Pfarrplatz, Schloss Gobelsburg, Franz Hirtzberger, Gunter Künstler, Reichsrat von Buhl und Van Volxem zu verkosten. Damit waren Gewächse aus so unterschiedlichen Anbaugebieten wie Wien, der Wachau, dem Kamptal, dem Rheingau, der Pfalz und der Saar angetreten, um die anwesenden Weinliebhaber von den Vorzügen dieser königlichen Rebsorte zu überzeugen. Im Rahmen eines leichten, saisonalen Menüs wurde zu jedem Gang eine Riesling-Serie gereicht.

Den Anfang machten leichtgewichtige Rieslinge aus dem schwierigen Jahrgang 2014. Dabei präsentierten sich der Als-egger vom Weingut Mayer und der Kamptal DAC von Schloss Gobelsburg als unkomplizierte, frisch-fruchtige Tropfen, während das Steinterrassen Federspiel von Hirtzberger schon mehr rotbeerigen Schmelz an den Tag legte; aus den deutschen Gefilden gefiel insbesondere das zarte Kirchenstück des Weinguts Künstler.


Einen ersten Höhepunkt setzten sodann die 2013er-Rieslinge aus berühmten Einzellagen. Noch etwas verschlossen und kalkig-kreidig gab sich der überaus rassige und vielversprechende Nussberger, glockenklar und hochelegant der extraktsüße Heiligenstein von Gobelsburg und geradezu mächtig der einen exotischen Obstkorb ausspielende Hochrain Smaragd von Hirtzberger. Auch auf deutscher Seite gab es ein enges Rennen, wobei die pfeffrige, mit kühler Eleganz glänzende Hochheimer Hölle von Künstler den Primus inter Pares darstellte. Aber auch der Paradiesgarten von Reichsrat von Buhl (feiner Schliff, Anklänge von Haselnuss und roten Beeren, zeigte noch Ecken und Kanten) sowie der legendäre Scharzhofberger von Van Volxem (Blauschiefer in der Nase, sehr straff und herkunftstypisch bei leichtfüßig-verspielter Art) konnten bestens reüssieren.

Unter dem Kapitel "Besonderheit" konnte jedes der präsenten Weingüter einen speziellen Premiumwein aus seinem Sortiment wählen. Mayer am Pfarrplatz hat sich für den "Weißen Marmor" aus 2012 entschieden, der ein wahres Feuerwerk von weißen Blüten und Feuerstein schon im Bukett aufblitzen ließ, aber auch am Gaumen durch reintönige, ziselierte Frucht, mineralisches Gepräge und große Länge glänzte – zweifellos einer der größten Rieslinge, mit dem Österreich derzeit aufwarten kann! Der historischen Weinbereitung verpflichtet war dann der 2012er-Riesling Tradition von Schloss Gobelsburg, der ausschließlich mit Wildhefe vergoren und dann ohne Umpumpen im großen Holzfass gelagert wurde – ein saftiger, ausgewogener Wein, der sich in geradezu nostalgischer Manier auf  hohem Niveau präsentierte. Für einen in Würde gereiften, an Blutorange und Karamell erinnernden, bloß von einer leichten Patina umrahmten 2004er aus der Toplage Hölle hat sich das Weingut Künstler entschieden, während Van Volxem einen mit hellen Nuancen und großer Frische auftrumpfenden Scharzhofberger Pergentsknopp aus einer der nördlichsten Lagen Deutschlands vorstellte.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2015-06-29 16:39:48
Letzte Änderung am 2015-07-02 18:14:46


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