• vom 02.10.2015, 14:00 Uhr

Wein

Update: 06.10.2015, 13:53 Uhr

Weinjournal

Austriakische Weinmission in Japan




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Von Johann Werfring

  • Yukari Iwashiro ist Konsulentin für österreichische Weingüter in Japan. Sie hat über österreichische Weine zwei Bücher in japanischer Sprache verfasst und vermittelt vinophilen Japanern im Rahmen von Kursen – in geradezu missionarischer Manier – österreichische Weinkultur.



Bei Weinveranstaltungen in Japan bringt Yukari Iwashiro ihren Landsleuten österreichische Weinkultur näher. - © privat

Bei Weinveranstaltungen in Japan bringt Yukari Iwashiro ihren Landsleuten österreichische Weinkultur näher.
© privat

Wiener Zeitung: Wie steht es in punkto alkoholische Getränke um die japanische Trinkkultur?

Yukari Iwashiro: Am beliebtesten ist in Japan das Bier, an zweiter Stelle folgt Shochu, ein hochprozentiges Destillat. Es folgt Sake und danach kommt Wein mit einem Anteil von vier Prozent der in Japan konsumierten Alkoholika. Der einst so beliebte Sake hat nach dem Zweiten Weltkrieg einen Niedergang erfahren. Das Bier war seit den 1970er Jahren stark im Aufschwung, es ist aber seit den 2000er Jahren wieder stark rückläufig. Die Weinkultur ist in Japan eine vergleichsweise junge Erscheinung. Nachdem Wein zuvor nur von den Eliten konsumiert wurde, begann ab den 1980er Jahren ein gewisser Weinboom, der langsam auch breitere Bevölkerungsschichten erfasst hat. Zunächst waren französische Weine – vor allem aus Bordeaux – gefragt. Ab den 1990er Jahren sind dann verstärkt chilenische Weine hinzugekommen, aber auch Gewächse aus anderen renommierten Anbauländern.


Seit wann werden in Japan österreichische Weine wahrgenommen?

Noch zu Beginn der 1990er Jahre kannte ich bloß einen einzigen Wein aus Österreich. Es war ein ausgesprochen charakterloses Tröpfchen namens "Mozart" mit lieblichen Anklängen. Dieser Wein wurde in den Liquorshops mäßig, aber gar nicht so billig angeboten. Ich assoziierte damals österreichische Weinkultur mit diesem Mozart-Wein.

Wie sind Sie selbst zum Wein gekommen?

Ich habe früher in der PR- und Marketing-Branche gearbeitet. In Japan ist es üblich, Geschäfte beim Essen zu besprechen. Deshalb habe ich immer wieder Direktoren in Restaurants begleitet, und dort bin ich mich der Weinkultur in Berührung gekommen. Ich habe mich dann weiter für Weine interessiert und mich in diese Richtung weitergebildet. Schließlich habe ich für eine Firma gearbeitet, die Weine aus Kaliforniern und anderen Ländern nach Japan importiert hat.

Wie sind Sie dem österreichischen Wein auf die Spur gekommen?

Yukari Iwashiro erläutert in Japan österreichische Rebensäfte.

Yukari Iwashiro erläutert in Japan österreichische Rebensäfte.© privat Yukari Iwashiro erläutert in Japan österreichische Rebensäfte.© privat

Ich weiß es noch genau, denn das war wie eine Initialzündung für meine spätere Tätigkeit als österreichische Weinkonsulentin: Es war im Jahr 2002 – ich habe damals in Japan auch schon Weinkurse geleitet –, da habe ich an einer gedeckten Verkostung (Anm.: ohne sichtbares Etikett) teilgenommen. Etliche Weine haben mich extrem beeindruckt. Als dann aufgedeckt wurde, war ich erstaunt, dass es sich dabei um österreichische Weine gehandelt hat. Unter anderem war ein Grüner Veltliner aus der Ried Lamm vom Weingut Hirsch dabei. Völlig hingerissen war ich auch vom Riesling Schütt aus dem Weingut Knoll. Ich wollte diese Weine sofort kaufen. Aber sie waren in Japan nicht zu bekommen. Irgendwann bin ich dann mit dem heutigen Chef der Österreichischen Weinmarketing, Willi Klinger, und seinem Vorgänger, Michael Thurner, in Kontakt gekommen. Infolge dieser Kontakte wurde ich Konsulentin für österreichische Weingüter, und ich begann auch in Japan über österreichische Weine zu schreiben und darüber Kurse abzuhalten.

Wie haben Sie sich publizistisch der österreichischen Weinkultur genähert?

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Schlagwörter

Weinjournal, Wein, Japan, Kulinarik

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Dokument erstellt am 2015-10-02 09:29:10
Letzte Änderung am 2015-10-06 13:53:15


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