• vom 13.11.2015, 00:56 Uhr

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Update: 05.03.2018, 00:50 Uhr

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Von Johann Werfring

  • Harald Frank aus Herrnbaumgarten im Weinviertel setzte sich beim Bewerb "Wiener Zeitung-Weine 2015" mit seinem 2011er Zweigelt Wachtberg in der Kategorie Rot gegen eine starke, vorwiegend burgenländische Konkurrenz als Sieger durch.

- © Johann Werfring

© Johann Werfring

Im Weinviertel, das eigentlich für den Grünen Veltliner bekannt ist, gibt es auch einige Rotweininseln, zu denen die Gegend rund um Herrnbaumgarten zählt. Dementsprechend sind im Weingut Frank der Grüne Veltliner und der Zweigelt die wichtigsten Sorten. Gleich vier verschiedene Veltliner und drei Zweigelt sind im aktuellen Sortiment vertreten. Harald Frank, Absolvent der Universität für Bodenkultur Wien, hat aber nicht nur ein Händchen für diese beiden Paradesorten. Mit großer Leidenschaft hat er sich – und zwar mit sehr guten Resultaten – auch burgundischen Sorten in Rot und Weiß verschrieben.

Harald Frank (r.) und "Wiener Zeitung"-Geschäftsführer Wolfgang Riedler bei der Prämierung.

Harald Frank (r.) und "Wiener Zeitung"-Geschäftsführer Wolfgang Riedler bei der Prämierung.© Simon Rainsborough Harald Frank (r.) und "Wiener Zeitung"-Geschäftsführer Wolfgang Riedler bei der Prämierung.© Simon Rainsborough

Im Weißweinsegment gibt es als sehr preisgünstige Einstiegsweine einen Welschriesling und den Grünen Veltliner von den Rieden (jeweils 5 Euro). Ebenfalls der Klassikschiene darf der Grüne Veltliner Johannesbergen 2014, ein geradlinig strömender, vollauf gelungener Vertreter des Jahrgangs 2014, zugerechnet werden (12,5 % Alk., 6,50 Euro). Mit einigem Volumen und guter Substanz gesegnet ist der erfrischende, saftige, gelbfruchtige Grüne Veltliner Johannesbergen, der im stimmigen Säurebogen viel Mineralik mitschwingen lässt (13 % Alk., 8,50 Euro). "Ein Lagenwein soll den Jahrgangscharakter zeigen", sagt Harald Frank. Gemeint ist, dass die Säure hier durchaus präsent sein darf; jedoch sei hinzugefügt, dass diese (im Unterschied von 2014er-Weinen aus manch anderen Weingütern) hier keine Spur angriffig ist. Höhepunkt des gesamten Sortiments ist der Grüne Veltliner Hoher Weg 2014, ein komplexer, ausgewogener, dichter und vergnüglicher Wein der Reservekategorie mit reichlich Finesse und Eleganz (13 % Alk., 13 Euro). Ein Tröpfchen mit wahrhaft herausragendem Preis-Wert-Verhältnis! Ein Riesling sowie der breitschultrige "Chardonnay Alte Reben" mit viel Druck und langem Abgang (13 % Alk., 15 Euro) runden die Weißweinpalette ab. Gespannt sein darf man auf den spontan vergorenen 2015er Chardonnay, der als Fassprobe beeindruckte.


Im Rotweinsegment macht der sehr günstige, kirschfruchtige Zweigelt von den Rieden den Auftakt (12,5 % Alk., 5 Euro). Ein besonders gelungener Sortenvertreter ist der kühlfruchtige und zugleich samtige Zweigelt Altenberg, der mit seiner ausgesprochenen Süffigkeit gefiel (13,5 % Alk., 7,50 Euro). Höhepunkt im Rotweinsegment ist der Sieger des Bewerbs "Wiener Zeitung Weine 2015" in der Kategorie Rot, namentlich der Zweigelt Wachtberg 2011 (13,5 % Alk., 15 Euro). Er präsentiert sich mit dunkelbeerigen Akzenten, insbesondere nach Brombeeren und Heidelbeeren im Bukett, er ist saftig, pfeffrig, dicht verwoben und verabschiedet sich mit beeindruckender Länge. Der Zweigelt Wachtberg, der auf einem Untergrund mit reichlich Kalkeinsprengseln heranreift, wird nur in besonders guten Jahren gekeltert.

Information

Weingut Frank
2171 Herrnbaumgarten, Kellergasse 11
Tel. 02555/2300, www.weingutfrank.at

Aus dem Rotweinangebot sei zuletzt noch in besonderer Weise der durch und durch sortentypische, elegante, mineralisch geprägte und kühlfruchtige Pinot Noir Stift Schotten 2013 (13 % Alk., 7,50 Euro) herausgestellt. Die Reben gedeihen auf einer vom Wiener Schottenstift gepachteten Scholle. Mit 30 Jahren sind sie in einem Alter, die besondere Weine ermöglichen. Die Qualität dieses preiswerten Pinot Noir macht deutlich, dass Harald Frank ein nicht geringes Gespür für diese Königsdisziplin hat. Vom Weingut Frank ist wohl in punkto Burgunder – sowohl in Weiß wie auch in Rot – noch so manche erfreuliche Überraschung zu erwarten.

Print-Artikel erschienen am 13. November 2015
In: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 36–37




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Dokument erstellt am 2015-11-15 00:59:23
Letzte Änderung am 2018-03-05 00:50:00


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