• vom 24.12.2015, 08:00 Uhr

Wein

Update: 06.02.2016, 21:06 Uhr

Weinjournal

Italienisches Kulinarium in der Annagasse




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Von Johann Werfring

  • In den Räumlichkeiten der einstmals legendären Diskothek "Take Five" hat der aus Rom stammende Unternehmer Enrico Alloro ein Alimentari mit italienischen Köstlichkeiten eingerichtet. Zudem beherbergt das "Alloro", das bezeichnenderweise Lorbeer bedeutet, ein kleines Restaurant, eine Bar und eine Vinothek, sodass für jeden Gusto etwas geboten wird.

Im Alloro gehen Restaurant, Bar und Shop eine geglückte Symbiose ein; auch die Vinothek fügt sich ansprechend in die Gesamtkomposition. - © Andreas Urban

Im Alloro gehen Restaurant, Bar und Shop eine geglückte Symbiose ein; auch die Vinothek fügt sich ansprechend in die Gesamtkomposition. © Andreas Urban

Bei den angebotenen Lebensmitteln stehen Produkte kleiner Erzeuger, die ansonsten in Österreich nicht vertreten sind, an erster Stelle. So gibt es beispielsweise die scharfe kalabrische Wurstspezialität Nduja, eine Coppa von schwarzen Schweinen aus der gleichen Gegend, einen toskanischen Prosciutto, der den Vergleich mit jedem Parma- oder San-Daniele-Schinken aushält, und demnächst auch Sardella, einen wunderbaren Fischaufstrich.

Information

Alloro
1010 Wien, Annagasse 3-3a
Mo bis Sa 9–22 Uhr
Tel. +43 1 8904072
www.alloro.com/de

Im Restaurant werden die Vorspeisen von Pastagerichten dominiert – kein Wunder, wird doch die Pasta hier täglich frisch zubereitet, wie übrigens auch das Brot. Ansonsten wird auf saisonale Spezialitäten, wie derzeit Trüffel und Maroni, nach Möglichkeit Bedacht genommen, aber auch die 20 italienischen Regionen mit ihren wahrlich unüberschaubaren Küchenlinien werden nach und nach vorgestellt; so steht in der dritten Jännerwoche etwa die Küche von Latium im Brennpunkt.

Pfiffige Weinauswahl

Vinothek im Alloro.

Vinothek im Alloro.© Andreas Urban Vinothek im Alloro.© Andreas Urban

Damit aber zu unserem Hauptthema, nämlich dem Weinsortiment. Hier fällt auf, dass die im eleganten Ambiente vorliegenden Flaschen auf der einen Seite berühmte Namen wie Gaja, Prunotto, Costanti, Quintarelli oder Jermann repräsentieren, aber auf der anderen Seite auch weniger bekannten Weinbaugebieten, wie speziell jenen von der Südspitze des Stiefels, sowie hierzulande weitgehend unbekannten Produzenten eine Bühne geboten wird. Beginnen wir aber ganz im Norden, in Südtirol, wo beispielsweise der glockenklare, bloß dezent Cassis-fruchtige und eher an die Gewächse der Loire erinnernde Sauvignon Cosmas des Weingutes Kornell einen verführerischen Aperitif ergibt. Ganz Ähnliches kann man vom friulanischen Pendant in Gestalt des Pinot Grigio von Marco Felluga behaupten, der zunächst zarte Aromen nach Mandeln und Pfirsichen ausspielt, dann aber fleischig und harmonisch über den Gaumen rollt und stets seine feine Klinge bewahrt. Damit zu einem höchst ungewöhnlichen trockenen Weißwein, der schon in kurzer Zeit die Gaumen der Wiener Weinfreunde erobert hat, nämlich einem Zibibbo – das ist eine Muskat-Abart – aus dem äußersten Westen Siziliens namens Quojane di Serramarrocco, dessen animierende Nuancen nach Limette und Bergamotte von einem saftigen und reichhaltigen Geschmacksbild gefolgt werden – zweifellos ein Wein, der auch kräftig gewürzte Gerichte des italienischen Südens trefflich begleiten kann.

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Dokument erstellt am 2015-12-28 10:22:09
Letzte ńnderung am 2016-02-06 21:06:29



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