• vom 09.03.2016, 09:53 Uhr

Wein

Update: 05.03.2018, 00:48 Uhr

Weinjournal

Die Weinbauzonen des Kremstals




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Von Johann Werfring

  • Das um die alte Weinstadt Krems gruppierte Weinbaugebiet darf man sich keineswegs als homogenes Ganzes vorstellen. Vier durchaus unterschiedlich beschaffene Abschnitte liefern ebenso unterschiedliche Weincharaktere.



Die Schiffsanlegestelle Krems mit der Frauenbergkirche Krems (r.) und der Pfarrkirche Stein (l.) sowie malerischen Weinbergterrassen im Hintergrund.  

Die Schiffsanlegestelle Krems mit der Frauenbergkirche Krems (r.) und der Pfarrkirche Stein (l.) sowie malerischen Weinbergterrassen im Hintergrund.  
© Johann Werfring
Die Schiffsanlegestelle Krems mit der Frauenbergkirche Krems (r.) und der Pfarrkirche Stein (l.) sowie malerischen Weinbergterrassen im Hintergrund.  
© Johann Werfring

Die erste Subzone des Kremstals wird gleichsam vom Herzstück, also von den Weinbergen im Norden und Westen von Krems, welche die Schönheit der Stadt umrahmend vermehren, gebildet. Die Lagen im Stadtgebiet von Krems, die westlich des Kremsflusses respektive oberhalb von Stein gelegen sind, weisen zum Großteil sogenannte Urgesteinsverwitterungsböden auf, die jenen der Wachau gleichen. Sie sind prädestiniert für besonders vielschichtige Rieslinge und zartgliedrige Veltliner. Die in Richtung Osten gelegenen Lagen von Krems – als bekannteste sind die Sandgrube und der Weinzierlberg anzuführen – besitzen vorwiegend Konglomeratböden, in denen schottrige und sandige Ablagerungen von Lössanwehungen überdeckt sind. Hier gedeihen einige der besten Grünen Veltliner Österreichs, die über Saft und Kraft hinaus auch eine gehörige Lagerfähigkeit aufweisen.

Reizende Stadt, verlockende Weine

Das zuweilen als eine der drei schönsten Städte Österreichs postrophierte Krems, das bereits im Jahr 1305 das Stadtrecht erhielt, hat in seinem Weichbild auch ausgezeichnete Weingüter mit herrlichen Weinen beheimatet. Dazu gehört der traditionsreiche Undhof der Familie Salomon, die bereits in den 1930er Jahren mit Flaschenfüllung begonnen hat. Zu den Salomon’schen Topweinen zählen heute ebenso elegante Rieslinge aus den Toprieden Kögl und Pfaffenberg wie auch tolle Rotweine aus dem südlichen Australien, wo die Familie einen Zweigbetrieb etabliert hat. Zu den ältesten Weinproduzenten Österreichs zählt das Weingut der Stadt Krems, das in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht hat, etwa mit dem filigranen Riesling von der Paradelage Grillenparz.

Im Ortsteil Weinzierl hat Wolfgang Aigner ein überaus modernes Presshaus als Heimstätte für seine kraftvollen und lagerfähigen Grünen Veltliner, wie die Privatfüllung und den Elitär, geschaffen. Etwas oberhalb, im Stadtteil Rehberg, befindet sich das Weingut von Anton Hagen, der ganz auf den Grünen Veltliner in seinen verschiedenen Varianten setzt. Eine außergewöhnliche Instanz im Reigen der Kremser Produzenten ist zweifellos die Rotweinmanufaktur Wandraschek, die bisher nahezu ausschließlich auf vor Frucht strotzende Rotweine aus den französischen Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Pinot Noir setzt. Als Leitbetrieb der gesamten Weinbaugegend ist unter der berühmten Adresse Sandgrube 13 schließlich die Genossenschaft Winzer Krems zu nennen, die auch eine Weinerlebniswelt bietet. Immer einen Verkostungsschluck wert sind etwa die "Kellermeister Privat"-Weine und der Zweigelt "glatt und verkehrt".

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-03-09 10:06:44
Letzte Änderung am 2018-03-05 00:48:29


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