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Wein

Update: 11.05.2016, 02:45 Uhr

Weinjournal

Punktgenau in Margareten




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Von Johann Werfring

  • Auf dem bisherigen Höhepunkt seiner beruflichen Karriere wurde Franz Messeritsch kürzlich vom renommierten Falstaff Verlag zum "Sommelier des Jahres" gekürt. Jetzt betreibt er in der Bräuhausgasse in Wien-Margareten im "Punkt 404" ein Weingeschäft mit feinem und preiswertem Sortiment.

Gut gelaunte Weinrunde im "Punkt 404". - © Johann Werfring

Gut gelaunte Weinrunde im "Punkt 404". © Johann Werfring

Franz Messeritsch in seinem Weinrefugium in Wien-Margareten.

Franz Messeritsch in seinem Weinrefugium in Wien-Margareten.© Luiza Puiu Franz Messeritsch in seinem Weinrefugium in Wien-Margareten.© Luiza Puiu

Schon in den ersten Jahren seiner Karriere fiel Franz Messeritsch als ausgesprochenes Talent im Umgang mit Weinen auf. Nach Absolvierung der Gastgewerbeschule in Neusiedl am See heuerte er im noblen Wiener Restaurant Steirereck an, wo er alsbald an der Seite des bereits legendären Adi Schmid als Jungsommelier werkte. Nach erfolgreichen Platzierungen bei Sommelier-Wettbewerben absolvierte er auch noch eine einschlägige Ausbildung, die er als staatlich geprüfter Sommelier abschloss. Es folgte eine mehrjährige Dienstverpflichtung als Sommelier im Restaurant Papillon im Sheraton Hotel in Frankfurt am Main, ehe er im Jahr 2000 als Chefsommelier ins mondäne Restaurant Le Ciel im Grand Hotel am Wiener Kärntner Ring überwechselte. Seine Kompetenz an diesem wichtigen Ort gediegener Wiener Gastlichkeit und Weinkultur blieb in Fachkreisen freilich nicht unbemerkt. So kam es, dass er kürzlich von Falstaff mit dem hochrangigen Titel "Sommelier des Jahres" ausgezeichnet wurde.

Auf dem Höhepunkt seiner Sommelier-Karriere angekommen, entschloss sich Franz Messeritsch für den Schritt in die Selbstständigkeit. Gemeinsam mit den Wiener Weinexperten und Buchautoren Alexander und Vincent Jakabb teilt er sich seit Kurzem ein ehemaliges Künstleratelier (welches zuvor einem Altwiener Handwerksbetrieb als Firmensitz gedient hatte). Einen Teilbereich dieser geräumigen Stätte, die mit ihren gefinkelten Ein- und Durchblicken ein recht eigenständiges Flair bietet, hat Franz Messeritsch als Wein- und Spirituosengeschäft adaptiert.

Information

Punkt 404
Mo bis Fr 10–12 Uhr und 14–18 Uhr
1050 Wien, Bräuhausgasse 40/4
Tel. 0699/1052 8948

Das Sortiment, das beständig ausgebaut wird, kann sich sehen lassen. Im Unterschied zu so manchen Shops mit überwiegendem Mainstream-Angebot bietet Messeritsch eine bestechende Auswahl an feinen und zugleich (was nicht immer selbstverständlich ist) bekömmlichen Weinen, wobei er stets penibel auf ein gutes Preis-Wert-Verhältnis achtet. Der preisliche Bogen bewegt sich vom günstigen 7-Euro-Bereich bis hin zum handverlesenen 30-Euro-Segment; in Einzelfällen gibt es Weine auf noch exklusiverem Level. Ein beachtlicher Anteil der Positionen geht auf (ausgewiesenen) biologischen oder zumindest naturnahen Weinbau (ohne Verwendung von Kunstdünger und Herbiziden) zurück.

Unter den österreichischen Erzeugern, deren Gewächse im "Punkt 404" vertreten sind, befinden sich bislang unentdeckte Enthusiasten und Quereinsteiger, wie die beiden Biowinzer Franz Harm und Markus Lang aus dem Kremstal oder Fink & Kotzian aus Gauderndorf im Weinviertel. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von soliden Insidertipps, beispielsweise die Weine von Leo Uibel aus Ziersdorf im Weinviertel, Georg Toifl aus Kleinhöflein im Weinviertel oder von Karl Renner aus Leutschach in der Südsteiermark. Freilich sind auch Tröpfchen von Erzeugern mit klingenden Namen, etwa Leo Alzinger aus Unterloiben in der Wachau, Tement aus Berghausen in der Südsteiermark oder Hans und Christine Nittnaus aus Gols, vertreten – von ihnen wurde wiederum die Auswahl im besonders guten Preissegment getroffen.

Das "Punkt 404" fungiert nicht nur als Shop, sondern auch als Weinkompetenzzentrum und Veranstaltungsort


Von den deutschen Winzern ist unter anderem der kürzlich in dieser Kolumne vorgestellte Biodynamiker Clemens Busch aus Pünderich an der Mosel, und zwar mit nahezu dem gesamten Sortiment – zum Teil sogar in etlichen Jahrgängen – vertreten. Aus dem Ausland sind neben deutschen vor allem französische Gewächse aus mehreren Regionen im Programm, aber auch Italien und Spanien kommen nicht zu kurz. Aus Spanien wird ab Mitte Mai eine Palette an Bioweinen ins Sortiment aufgenommen. Besonders stark vertreten ist das thrakische Weingut Castra Rubra, einer der wichtigsten Weinbaubetriebe Bulgariens, vor allem mit den Sorten Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Sauvignon Blanc, aber auch mit der gebietstypischen Sorte Mavrud. Mit den Weinen von Castra Ruba, erfahren wir, hat die Selbständigkeit von Franz Messeritsch begonnen.

Der Shop im "Punkt 404" wird von Messeritsch zugleich mit einem auf die Gastronomie fokussierenden Weinhandel betrieben. Über seine Funktion als Geschäftslokal hinaus fungiert das "Punkt 404" als Weinkompetenzzentrum, wo sich einerseits Fachleute untereinander austauschen und andererseits einem weininteressiertem Publikum regelmäßig spannende Verkostungen und Workshops angeboten werden. Zudem steht das Lokal als Veranstaltungsort für Firmen und private Feiern zur Verfügung.

Print-Artikel erschienen am 6. Mai 2016
In: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 38–39




Schlagwörter

Weinjournal, Wein, Weinlokal

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-05-11 01:17:52
Letzte Änderung am 2016-05-11 02:45:54


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