• vom 13.05.2016, 00:00 Uhr

Wein

Update: 05.03.2018, 00:47 Uhr

Weinjournal

Hohe Auszeichnung für Leo Hillinger




  • Artikel
  • Lesenswert (17)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Johann Werfring

  • Der bekannte Winzer Leo Hillinger aus Jois, nahe dem Neusiedler See, erhielt kürzlich für seine Verdienste um die Republik Österreich den Ehrentitel Kommerzialrat verliehen.

Minister Josef Ostermayer (l.) bei der Dekretüberreichung an Leo Hillinger (r.).

Minister Josef Ostermayer (l.) bei der Dekretüberreichung an Leo Hillinger (r.).© Denise Rudolf Minister Josef Ostermayer (l.) bei der Dekretüberreichung an Leo Hillinger (r.).© Denise Rudolf

Es habe ihn außerordentlich gefreut, als Minister Josef Ostermayer bei der Dekretüberreichung hervorstrich, dass er in der Branche eine Vorreiterrolle gespielt habe und in die Geschichte eingehe, sagt Leo Hillinger. Ganz besonders freue er sich aber, dass er die Ehrung infolge seiner höchsteigenen Leistungen als unabhängiger Unternehmer, und nicht etwa freundschaftshalber, wegen Ausübung von irgendwelchen politischen Ämtern, erhalten habe.

Mit seinen 48 Lenzen ist der stets vital wirkende Burgenländer ein realtiv junger Kommerzialrat. Einem Merkblatt der Wirtschaftskammer Österreich ist zu entnehmen: "Die Verleihung des Berufstitels ,Kommerzialrat/Kommerzialrätin' soll grundsätzlich frühestens nach Vollendung des 50. Lebensjahres erfolgen." In gar nicht so seltenen Fällen wird die entsprechende Auszeichnung ja erst kurz vor der Pensionierung verliehen, wohingegen bei dem Winzer aus Jois bei der Altersgrenze eine Ausnahme gemacht wurde. Von einer Alterserscheinung, wie das sonst bei so manchen Ehrungen der Fall ist, kann also im Falle von Hillinger keine Rede sein.

Die stylishe Hillinger-Lounge in der Wollzeile in der Wiener Innenstadt.

Die stylishe Hillinger-Lounge in der Wollzeile in der Wiener Innenstadt.© Johann Werfring Die stylishe Hillinger-Lounge in der Wollzeile in der Wiener Innenstadt.© Johann Werfring

Zweifelsohne ist Leo Hillinger einer der bekanntesten Winzer Österreichs, vermutlich hat er unter den austriakischen Weinmachern sogar den allerhöchsten Bekanntheitsgrad. Unter jenen österreichischen Weingütern, die von der Internet-Enzyklopädie Wikipedia mit einem eigenen Eintrag geadelt wurden, hat das Weingut Hillinger jedenfalls die bei weitem höchsten Zugriffswerte. Für den Zeitraum 16. April bis 5. Mai 2016 etwa verzeichnet die Zugriffsstatistik von Wikipedia für das Weingut Hillinger insgesamt 3699 Zugriffe und durchschnittlich 185 Zugriffe pro Tag. So gut wie alle anderen österreichischen Weingüter, darunter nicht wenige mit klingenden Namen, dümpeln im selben Beobachtungszeitraum bei durchschnittlich zwei bis drei Zugriffen pro Tag.

Dass Leo Hillinger seit Jahren zu zahlreichen prominenten Veranstaltungen eingeladen wird, hat nicht nur mit seinem wirtschaftlichen Erfolg zu tun. Die anhaltende mediale Präsenz ist ganz sicher auch dem Umstand gedankt, dass er stets einen Schmäh auf den Lippen hat und dabei außerordentlich sympathisch beim Publikum ankommt. Freilich hat ihm sein Erfolg auch Neider beschert, die hinter seinem Rücken über ihn herziehen. Auf der anderen Seite erntet er, auch von kollegialer Seite, nicht selten Anerkennung. Beispielsweise lobte ihn kürzlich ein Winzer aus Jois, weil Hillinger durch seine Aktivitäten in nicht geringem Maße auch anderen Erzeugern in wirtschaftlicher Hinsicht weitergeholfen habe.

Den kleinen elterlichen Betrieb, den Leo Hillinger 23-jährig im Jahr 1990 übernommen hatte, etablierte er in erstaunlich kurzer Zeit als eines der führenden Weingüter der Region. 2004 errichtete Hillinger in Jois eine der modernsten Produktionsstätten des Landes. Mit einer Anbaufläche von 70 Hektar in Österreich zählt das Weingut Hillinger heute bundesweit zu den wirtschaftsmächtigsten und zugleich erfolgreichsten Weinproduzenten. Dazu kommen separate Weinbauaktivitäten in Ungarn und Deutschland sowie umfängliche Weinhandelsaktivitäten. Von führenden Weinguides erhielten Hillinger-Weine hohe Punktewertungen und Auszeichnungen. Herausragend ist aus dem aktuellen Sortiment der 2013er Pinot Noir Terroir. Was vermutlich weniger bekannt ist: Die Süßweine von Leo Hillinger zählen mit schöner Regelmäßigkeit zu den besten Prädikatsweinen, die das Land rund um den Neusiedler See hervorbringt.

Seit 2005 betreibt Hillinger eine Reihe von Shops und Lounges, darunter eine stylishe Weinbar in der Wiener Innenstadt. Im Oktober wird als achter derartiger Betrieb in München eine Heurigen-Greißlerei hinzukommen. Er werde dort nicht nur mit seiner ganzen Weinpalette vertreten sein, sondern auch als Botschafter austriakischer Spezereien, wie Krautfleisch, Grenadiermarsch oder Steppenrindgerichten, in Erscheinung treten, verrät Hillinger. Für weitere Dynamik ist also gesorgt.

Print-Artikel erschienen am 13. Mai 2016
In: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 38–40





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-05-14 02:12:39
Letzte Änderung am 2018-03-05 00:47:48


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Reben im Regenwald
  2. Blaufränkisch: "Die ideale Rotweinsorte für Osteuropa"
  3. "Kontraste fördern die Erholung"
  4. Ski-Resort und Schlepperwesen
  5. Ostschweizer Farbenspiele

Werbung




Werbung