• vom 20.04.2018, 00:00 Uhr

Wein

Update: 25.04.2018, 01:25 Uhr

Weinjournal

Auf den Flügeln der Morgenröte




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Von Johann Werfring

  • Heidi Schröck zählt zu den herausragenden Winzern der berühmten Weinstadt Rust am Neusiedler See. Neuerdings wird sie im Betrieb verstärkt von ihren Söhnen Johannes und Georg unterstützt.

Die Zwillingsbrüder Georg (vorne) und Johannes Schröck beim Degorgieren ihres Pet Nat. - © Milena Borsdorff

Die Zwillingsbrüder Georg (vorne) und Johannes Schröck beim Degorgieren ihres Pet Nat. © Milena Borsdorff

Heidi Schröck, Weinbäuerin in Rust am Neusiedler See: traditionell in der Gesinnung, innovativ in der Umsetzung.

Heidi Schröck, Weinbäuerin in Rust am Neusiedler See: traditionell in der Gesinnung, innovativ in der Umsetzung.© Steve Haider Heidi Schröck, Weinbäuerin in Rust am Neusiedler See: traditionell in der Gesinnung, innovativ in der Umsetzung.© Steve Haider

"Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten." Dieses Bibelwort aus Psalm 139, nach dem sie einen ihrer besten Weine benannt hat, ist charakterisierend für Heidi Schröck. Wenn es um den Weinbau und die Weinkultur geht, überlässt sie nichts dem Zufall. Ebenso wohlüberlegt wie die Bezeichnung "Auf den Flügeln der Morgenröte" für ihren "Ruster Ausbruch" hat sie auch andere Weinnamen vergeben.

Absolut sorgfältig sind auch die Etiketten abgestimmt. Für die Süßweine, die im Betrieb eine nicht unerhebliche Rolle spielen und international stark nachgefragt sind, wurden unterschiedliche Etiketten ersonnen, welche prägnante Botschaften vermitteln. Die Winzerin möchte damit zum Ausdruck bringen, dass erlesene Prädikatsweine nicht nur – wie landläufig angenommen – mit Dessert und Käse, sondern auch mit allerlei salzigen, würzigen und pikanten Speisen hervorragend harmonieren. Auf den Etiketten finden sich – in gewitzter grafischer Umsetzung – jeweils passende Weinbegleitungs-Kombinationen. Zum Beispiel sind auf dem Etikett der Auslese etwa ein Krebs, Pfefferoni, Ingwer und eine Tomate, auf jenem der Beerenauslese ein Fisch, ein Beinschinken sowie eine Wurst und auf dem Etikett des Ruster Ausbruchs etwa ein Steak, eine Lammkrone, eine Artischocke und eine Mandarine aufgedruckt. Darüber hinaus, so Schröck, passe Süßwein auch zu traditionellen österreichischen Gerichten wie Blunze oder Krautfleckerln.

Information

Weingut Heidi Schröck
7071 Rust am Neusiedler See, Rathausplatz 8
Tel. 02685/22, www.heidi-schroeck.com

© Josef Siffert © Josef Siffert

Das Weingut befindet sich im Stadtkern von Rust, der bekanntlich zu den schönsten urbanen Platzerln der Alpenrepublik zählt. Der Verkostungsraum des gediegenen Hauses mit alter Bausubstanz hat eine schlicht-elegante Aura und lässt erkennen, dass Heidi Schröck tief in der Tradition der Altvorderen verwurzelt ist. Traditionell ist auch das breit gefächerte Sortiment, das sowohl weiße, rote und süße Weine als auch einen Rosé umfasst.

Die Söhne Johannes und Georg, welche beide am 4. Juni 1988 geboren wurden, haben sich von ihrer Ausbildung her gleichermaßen ins Weinthema vertieft. Johannes, der nach Ablegung der Matura und etlichen Studiensemestern in Wien eine weinbauliche Ausbildung in Eisenstadt gemacht hat, ist seit zwei Jahren im Betrieb aktiv. Georg, der an der Hochschule Geisenheim ein Önologiestudium abgeschlossen hat, ist ausbildungsmäßig weit in der Welt herumgekommen (unter anderem praktizierte er in Frankreich und Neuseeland). Unser Foto zeigt die Brüder beim Degorgieren eines gemeinsam kreierten Pet Nat (das ist ein Schaumwein, der in recht ursprünglicher Weise hergestellt wird), den sie am 16. Juni bei der "Landpartie von Gault Millau" am Geyerhof in Oberfucha präsentieren werden (Näheres, siehe nachgestellte Info).

Aus dem aktuellen Sortiment sei ganz besonders die ebenso elegante wie preiswerte Auslese 2016 herausgestellt, die einen für einen Süßwein exzeptionellen Trinkfluss aufweist (12 Euro). Als Gebietsspezialität offeriert Heidi Schröck einen durch und durch mineralisch geprägten 2016er Furmint, der vor Vitalität nur so strotzt und mit 12 Euro ab Hof ebenso im besten Preis-Wert-Gefüge positioniert ist. Schließlich sei auf den 2017er Welschriesling hingewiesen, der ab sofort in Wien bei "Ströck Feierabend" glasweise ausgeschenkt wird. Heidi Schröck hat mit diesem saftigen, griffig-zupackenden Welsch mit Apfelaromen und Anklängen an weißen Pfirsich sowie Haselnüsse unter Beweis gestellt, dass diese Sorte ein weitaus höheres Potenzial hat, als man ihr noch vor kurzem zugetraut hat.

Zu beziehen sind Schröck-Weine bei Wein & Co, bei Sussitz am Wiener Karmelitermarkt (Insidertipp!) sowie direkt ab Hof. Verkosten kann man die Weine ab heute, Freitag, drei Tage lang im Rahmen der "Ruster Weinschätze" (Info siehe nachstehend).

Info:

Ruster Weinschätze
7071 Rust am Neusiedler See
20., 21. und 22. April: Offene Kellertüren jeweils von 13–18 Uhr, ansprechendes Rahmenprogramm
Eintritt für alle drei Tage: 20 Euro
Tel. 02685/502, www.dieRusterweinbauern.at

Landpartie von Gault Millau am Geyerhof
Weingut Geyerhof
3511 Oberfucha/Furth, Ortsstraße 1
16. Juni, 12–18 Uhr, Eintritt: 39 Euro
Tel. 02739/2259, www.geyerhof.at

Print-Artikel erschienen am 20. April 2018
In: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 36–37





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-04-24 18:06:07
Letzte Änderung am 2018-04-25 01:25:46


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