• vom 02.11.2018, 00:00 Uhr

Wein


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Von Johann Werfring

  • In Mannersdorf an der March im südlichen Weinviertel keltert Martin Minkowitsch Weißweine mit bestechendem Trinkfluss. Den aktuellen Jahrgang 2017 hat er bravourös gemeistert.

Martin Minkowitsch mit seiner Baumpresse aus dem Jahr 1820. - © Johann Werfring

Martin Minkowitsch mit seiner Baumpresse aus dem Jahr 1820. © Johann Werfring

Die Rochuskapelle ist das Wahrzeichen von Mannersdorf an der March. Die Weinbergslagen auf dem malerischen Rochusberg sind von tiefgründigen, mit Sand durchsetzten Lehm-Lössböden geprägt.

Die Rochuskapelle ist das Wahrzeichen von Mannersdorf an der March. Die Weinbergslagen auf dem malerischen Rochusberg sind von tiefgründigen, mit Sand durchsetzten Lehm-Lössböden geprägt.© Johann Werfring Die Rochuskapelle ist das Wahrzeichen von Mannersdorf an der March. Die Weinbergslagen auf dem malerischen Rochusberg sind von tiefgründigen, mit Sand durchsetzten Lehm-Lössböden geprägt.© Johann Werfring

Seit 2014 betreibt Martin Minkowitsch Weinbau in Mannersdorf an der March. Sein Onkel, Roland Minkowitsch, von dem er den Betrieb übernommen hat,  etablierte in den vergangenen Jahrzehnten eines der besten Weingüter des Weinviertels. Wie wir uns bei einer kürzlich erfolgten Verkostung überzeugen konnten, stehen die heute vom Neffen gekelterten Weinqualitäten jenen des erfolgreichen Oheims um nichts nach. Davon später mehr.

Nachdem Martin Minkowitsch 2005 an der Universität für Bodenkultur Wien sein Studium als Diplomingenieur abgeschlossen und 2007 auch noch einen Magister an der Wiener Wirtschaftsuniversität drangehängt hatte, war er jahrelang Unternehmensberater in der Industrie gewesen, ehe ihn der Ruf ereilte, das Weingut in Mannersdorf an der March zu übernehmen. Bereits dessen Großvater Roland Minkowitsch (Vater des vormaligen Betriebsleiters) hatte als Quereinsteiger den Betrieb übernommen, weil dessen Bruder im Krieg gefallen war. Seine Kenntnisse über den Weinbau eignete sich Roland Minkowitsch sen. – was für damalige Weinviertler Verhältnisse ungewöhnlich war – in hohem Maße aus einschlägigen Fachbüchern an, weshalb der gebildete Hauer von seinen örtlichen Weinbaukollegen den Spitznamen "Büchlbauer" verpasst bekam. Später sollte sich der Büchlbauer als Staatssekretär im Innenministerium (1968–1970) und als Zweiter Präsident des Nationalrats (1975–1986) in die Geschichte der Republik Österreich einschreiben.

Information

Weingut Roland Minkowitsch
2261 Mannersdorf an der March, Kirchengasse 64
Tel. 02283/3639
www.roland-minkowitsch.at


Auch Martin Minkowitsch, der voraussichtlich im kommenden Jahr sein Doktoratsstudium an der Universität für Bodenkultur Wien abschließen wird, hat sich vieles autodidaktisch aus der Fachliteratur angeeignet. Freilich hatte er darüber hinaus in den ersten Jahren mit seinem Onkel einen hervorragenden Mentor an der Seite. Mittlerweile hat sich Roland Minkowitsch vom Betriebsgeschehen zurückgezogen. Wie erwähnt, bewältigt der Nachfolger die betrieblichen Aufgabenstellungen mittlerweile bravourös. Die Verdienste des Onkels als Weinviertler Qualitätspionier werden im weiterhin beibehaltenen Weingutsnamen "Roland Minkowitsch" gewürdigt.

Gepresst wird nach wie vor mit der alten Baumpresse aus dem Jahr 1820. Das Tagesmaximum, welches damit bewältigt werden kann, liegt bei 6000 Kilogramm Weintrauben, die zuvor zwecks Ausbildung von Aromen und Extrakt einige Stunden lang gemaischt werden. Der längere Luftkontakt, wie er beim Keltern mit der Baumpresse gegeben ist, sei für die weitere Reifung des Weins von erheblichem Vorteil, ist man im Hause Minkowitsch überzeugt. Wie bei der Verkostung des aktuellen Minkowitsch’schen Sortiments festzustellen war, haben die Rebensäfte allesamt einen auffallend erfrischenden Charakter.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-10-29 02:29:33
Letzte Änderung am 2018-10-29 03:17:06


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