• vom 16.11.2018, 16:41 Uhr

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Update: 16.11.2018, 17:01 Uhr

Satire

Der Elite-Klassensprecher




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Von Christina Böck

  • Eine Satire verbindet Innenpolitik und Kultjugendbuch.

An die 700 Bücher hat Enid Blyton geschrieben, 600 Millionen Mal haben sich diese auf der ganzen Welt verkauft. So ziemlich jeder, der in seiner Kindheit und Jugend nicht nur vor dem Fernsehkastl gesessen ist, hat zumindest eines ihrer Werke gelesen, ob es nun die Abenteuer der "Fünf Freunde" waren oder die der kessen Zwillinge "Hanni und Nanni".

Offenbar ist auch Schriftsteller Michael Ziegelwagner in seiner Kindheit nicht nur vor dem Fernsehkastl gesessen, denn er hat nun ein Buch veröffentlicht, das Anleihen aus der so typischen Erzählweise der Britin nimmt. In "Sebastian - Ferien im Kanzleramt" ist man denn auch schnell in der wohligen Atmosphäre einer unbeschwerten Zeit des turbulenten Erwachsenwerdens. Der Unterschied ist: Hier hat die Erzählung einen doppelten Boden - denn sie verbindet die österreichische Innenpolitik mit der munteren Schulmotivik. Im Mittelpunkt steht eine blytonisierte Version des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz, der sich als eine Art turbotalentierter Klassensprecher bewährt.

Information

Satire

Sebastian - Ferien im Kanzleramt

Roman, Milena Verlag

Schwierigkeiten machen ihm mitunter die Klassenrowdys Norbert und Herbert, aber dafür hat er ja die patente Elisabeth und den feinsinnigen Gernot zur Seite. Das kann man natürlich kindisch finden, aber in Zeiten der bösartigen Brachialsatire allerorts kann Ziegelwagners elegant-wendiger Humor, der tatsächliche Beobachtungen oft überraschend umdreht, auch viele erfreuen. Ob es zur Nominierung für den Österreichischen Buchpreis, wie bei seinem Erstling "Der aufblasbare Kaiser", reicht, sei dahingestellt.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-16 16:52:28
Letzte Änderung am 2018-11-16 17:01:35


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