• vom 23.03.2018, 18:30 Uhr

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"Kein Alpenkrimi, der vor sich hin jodelt"




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Von Luitgard Koch

  • Rita Falk, Bestsellerautorin von Provinz-Krimis, über bayrischen Humor und österreichischen Witz.

"Das Schreiben hat mir dabei geholfen, meine Niedergeschlagenheit zu überwinden", sagt Rita Falk. Die Bestseller-Autorin fing in der Arbeitslosigkeit an, Dialekt-Krimis zu verfassen.

"Das Schreiben hat mir dabei geholfen, meine Niedergeschlagenheit zu überwinden", sagt Rita Falk. Die Bestseller-Autorin fing in der Arbeitslosigkeit an, Dialekt-Krimis zu verfassen.© Astrid Eckert "Das Schreiben hat mir dabei geholfen, meine Niedergeschlagenheit zu überwinden", sagt Rita Falk. Die Bestseller-Autorin fing in der Arbeitslosigkeit an, Dialekt-Krimis zu verfassen.© Astrid Eckert

Nie in ihrem Leben hätte Rita Falk daran gedacht, dass sie einmal eine erfolgreiche Bestsellerautorin werden würde. Als der Bürokauffrau gekündigt wurde, machte die Mutter von drei erwachsenen Kindern ihr Hobby zum Beruf. Inzwischen zählt die 53-jährige Oberbayerin zu den Top-Autorinnen. Ihre Provinz-Krimis um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer sowie die Verfilmungen ihrer Bände sind ein Renner. Mit augenzwinkerndem Charme, pointierten Dialogen und lakonischem Witz begeistert die bodenständige blonde Krimi-Lady. Die "Wiener Zeitung" traf sie in ihrem Münchner Verlag.

"Wiener Zeitung":Wie kommt man aus dem Burn-out auf die Bestsellerliste?


Rita Falk: Ich habe schon immer nebenher geschrieben. Das Schreiben hat mich in eine andere Welt versetzt. Aber natürlich funktioniert das nicht alles so glatt. Meine ungewollte Arbeitslosigkeit hat mich ziemlich fertig gemacht. Doch das Schreiben hat mir dabei geholfen, meine Niedergeschlagenheit zu überwinden. Als ich meine Literaturagentur gefunden habe und den richtigen Verlag, stellte sich der Erfolg ein.

Zwischen der Buch-Welt und Ihrem Leben gibt es Parallelen. Wie viele echte Erfahrungen stecken in Ihren Büchern?

Schon einige. Man sollte ja nur über das schreiben, womit man sich auskennt. Ich habe tatsächlich Sachen verarbeitet, die meinem Mann in seiner beruflichen Karriere als Polizist widerfahren sind. Da sitze ich natürlich auf einem riesigen Ideenschatz. Das wird dann etwas verfremdet, damit sich niemand auf den Schlips getreten fühlt.

Stört es ihn, wenn Sie die Polizei durch den etwas phlegmatischen Eberhofer ein bisschen lächerlich machen?

Er hat genügend Humor, um das so aufzunehmen, wie ich es verstehe. Das ist ja alles nicht so bierernst gemeint.

Wie wichtig ist Ihnen der Dialekt?

Beim Eberhofer ist er auf alle Fälle das Wichtigste. Aber ich finde generell die Erhaltung der Dialekte sehr wichtig. Meiner Meinung nach ist das ja eines unserer ältesten Kulturgüter. Ich bin froh, dass viele Eltern wieder anfangen, mit ihren Kindern Dialekt zu sprechen. Das war ja eine Zeit lang sehr verpönt.

Warum tragen Ihre Romane kulinarische Titel, von "Dampfnudelblues" bis "Kaiserschmarrn-Drama"?

Das hat sich zufällig ergeben. In meinem ersten Krimi gibt es eine Stelle, da wird jemand "blass wie ein Winterkartoffelknödel". Auf der Suche nach einem Arbeitstitel habe ich mich daran erinnert. Gott sei Dank. Weil mit "Ein Dorfsheriff auf Abwegen", wäre ich bestimmt nicht weit gekommen. Außerdem liegt es an der Oma vom Franz Eberhofer. Die Oma kocht leidenschaftlich gern und gut wie damals meine Großmutter, die mich aufgezogen hat, da meine Mutter arbeiten ging und mein Vater noch studierte. Sie hat mich mit Essen verwöhnt. Am Frühstückstisch hat sie schon gefragt: "Was ess’n ma mir heut Mittag?"

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Schlagwörter

Interview, Rita Falk, Provinzkrimi

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-23 15:47:54
Letzte Änderung am 2018-03-23 15:54:52


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