• vom 03.07.2018, 09:57 Uhr

Autoren

Update: 03.07.2018, 12:43 Uhr

Auszeichnung

Terezia Mora erhält den Georg-Büchner-Preis




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland.

Mora wurde am 5. Februar 1971 in Sopron (Ungarn) in eine Familie hineingeboren, die zur deutschsprachigen Minderheit gehört. Sie wuchs zweisprachig auf und zog 1990 für ein Studium der Sprach- und Theaterwissenschaft nach Berlin, wo sie heute noch lebt. Seit 1998 ist sie freie Schriftstellerin.

Mora wurde am 5. Februar 1971 in Sopron (Ungarn) in eine Familie hineingeboren, die zur deutschsprachigen Minderheit gehört. Sie wuchs zweisprachig auf und zog 1990 für ein Studium der Sprach- und Theaterwissenschaft nach Berlin, wo sie heute noch lebt. Seit 1998 ist sie freie Schriftstellerin.© APAweb/dpa, Uwe Anspach Mora wurde am 5. Februar 1971 in Sopron (Ungarn) in eine Familie hineingeboren, die zur deutschsprachigen Minderheit gehört. Sie wuchs zweisprachig auf und zog 1990 für ein Studium der Sprach- und Theaterwissenschaft nach Berlin, wo sie heute noch lebt. Seit 1998 ist sie freie Schriftstellerin.© APAweb/dpa, Uwe Anspach

Darmstadt. Die Schriftstellerin und Übersetzerin Terezia Mora (47) wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2018 ausgezeichnet. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland.

Mora bekomme die Auszeichnung "für ihre eminente Gegenwärtigkeit und lebendige Sprachkunst, die Alltagsidiom und Poesie, Drastik und Zartheit vereint", heißt es in der Begründung der Jury. "In ihren Romanen und Erzählungen widmet sich Terezia Mora Außenseitern und Heimatlosen, prekären Existenzen und Menschen auf der Suche und trifft damit schmerzlich den Nerv unserer Zeit." Schonungslos nehme sie die Verlorenheit von Großstadtnomaden in den Blick und lote die Abgründe innerer und äußerer Fremdheit aus. Dies geschehe suggestiv, kraftvoll, bildintensiv und spannungsgeladen - mit ironischen Akzenten und analytischer Schärfe.

Deutscher Buchpreis 2013

Mora wurde in Ungarn geboren und wuchs zweisprachig auf. Seit 1990 lebt sie in Berlin. Für ihren Roman "Das Ungeheuer" - den zweiten Band einer Trilogie über das Leben des IT-Spezialisten Darius Kopp - bekam sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Der erste Band ("Der einzige Mann auf dem Kontinent") hatte es 2009 auf die Longlist geschafft. 2016 veröffentlichte sie ihren bisher jüngsten Erzählungsband "Die Liebe unter Aliens".

Außer Romanen und Erzählungen verfasste Mora auch Drehbücher, Theaterstücke und Essays. Sie übersetzte zudem Werke von renommierten Autoren wie dem ungarischen Schriftsteller Peter Esterhazy (1950-2016). Sie erhielt bereits eine Reihe bedeutender Auszeichnungen, darunter den Ingeborg-Bachmann-Preis (1999) und den Preis der Leipziger Buchmesse (2005).

Der Leiter des Hamburger Literaturhauses, Rainer Moritz, sprach beim Büchner-Preis von einer "großartigen, überfälligen Entscheidung". "Ihre Romane und Erzählungen spiegeln seismographisch, was unsere Gesellschaft aufwühlt und von welchen untergründigen Ängsten sie beherrscht wird", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem aber finde Mora dafür eine unverwechselbare, stilistisch ausgefeilte Sprache.

"Mit Mora als Büchner-Preisträgerin ist die höchste Ehrung, die eine deutschsprachige Schriftstellerin in Deutschland erfahren kann, endlich angekommen bei der mehrsprachigen Generation von Autoren, der man allein mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis nicht gerecht wurde", sagte der Leiter des Literaturhauses Frankfurt, Hauke Hückstädt.

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt vergibt die Auszeichnung seit 1951 an Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen "durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten" und "an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben". Zu den Preisträgern gehören Max Frisch (1958), Ingeborg Bachmann (1964) und Günter Grass (1965) sowie zuletzt Jürgen Becker (2014), Rainald Goetz (2015), Marcel Beyer (2016) und im vergangenen Jahr der Lyriker Jan Wagner.

Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner ("Woyzeck"). Er wurde 1813 im Großherzogtum Hessen geboren und starb 1837 in Zürich. Die Auszeichnung wird am 27. Oktober während der Herbsttagung der Deutschen Akademie in Darmstadt verliehen.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-03 09:58:47
Letzte Änderung am 2018-07-03 12:43:42


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Worin Stephan Schulmeister irrt
  2. Waren, die an Wert gewinnen
  3. Fifty Shades of Crash
Meistkommentiert
  1. Peinlicher Abklatsch
  2. "Nervenzusammenbruch" im Weißen Haus
  3. als ob

Werbung





Werbung