• vom 31.08.2018, 06:00 Uhr

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Von Mathias Ziegler

  • Wie muss Verkündigung heute aussehen? Harald Glööckler und Jacqueline Straub machen sich Gedanken darüber, wie die Kirche wieder beliebter werden könnte.

Jacqueline Straub: Kickt die Kirche aus dem Koma. Patmos Verlag; 207 Seiten; 19,60 Euro

Jacqueline Straub: Kickt die Kirche aus dem Koma. Patmos Verlag; 207 Seiten; 19,60 Euro Jacqueline Straub: Kickt die Kirche aus dem Koma. Patmos Verlag; 207 Seiten; 19,60 Euro

Die eine ist Journalistin, Hobbyboxerin und katholische Theologin, der andere ist Modedesigner, Society-Paradiesvogel und aus der Kirche ausgetreten. Was Jacqueline Straub (28) und Harald Glööckler (53) verbindet, ist die Sorge um die Kirche, die sie in zwei neuen Büchern äußern. Ihre Ausgangspunkte sind dabei freilich grundverschieden: Während sich Straub seit ihrer Jugend zur römisch-katholischen Priesterin berufen fühlt, schließt Glööckler, der sich nach der Entdeckung seiner homosexuellen Ausrichtung als Zehnjähriger nach negativen Erfahrungen enttäuscht von der Kirche abgewandt hat, einen Wiedereintritt kategorisch aus.

Er betont aber, dass er zwar für seinen eigenen Gottesglauben die Institution Kirche nicht braucht, aber enormen Respekt für engagierte Katholiken empfindet. Deshalb ist es ihm ein Anliegen, dass die Kirche die ihr zustehende Rolle in der Gesellschaft (wieder) einnimmt: "Die Menschen klagen heute immer mehr über eine zunehmende Vereinsamung und brauchen eine Gemeinschaft, die sie auffängt. All diesen Menschen könnte die Kirche auch heute noch die beste Botschaft der Welt vermitteln." Er betont die Rolle der Geistlichen als "beste Ansprechpartner" für jene, die mit der Bibel in der Hand "Wachstum im Glück" suchen. Er betont aber gleichzeitig, dass sie "Menschen wie du und ich" sind und man sich dessen bewusst sein sollte.

Harald Glööckler: Kirche, öffne dich! Adeo Verlag; 205 Seiten; 22,70 Euro

Harald Glööckler: Kirche, öffne dich! Adeo Verlag; 205 Seiten; 22,70 Euro Harald Glööckler: Kirche, öffne dich! Adeo Verlag; 205 Seiten; 22,70 Euro

Unisono mit Straub, die regelmäßig via Internet predigt, fordert er die Christen dieser Welt auf, Jesus mehr in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen und seine Botschaft lautstark weiterzugeben. Denn, so Straub, "auch wenn die Religion immer weniger Platz im Leben der Menschen hat, ist unsere heutige Kultur ohne den Glauben an Gott nicht denkbar". Auch wenn das "Glaubensmobbing" bekennender Kirchgänger nicht weniger geworden ist. Wer outet sich schon gerne in der Klasse als Ministrant?


Die Jugend wieder locken - auch mit Sozialen Medien

Die Kirche muss aber auch jene Jugendlichen ernstnehmen, die gläubig, jedoch skeptisch sind, mahnt Straub: "Wenn sie nicht auf ihre Gläubigen hört, wird die Beziehung zerbrechen. Wer will sich mit einer beratungsresistenten Kirche identifizieren?" Sie sieht echte Gefahr im Verzug: "Der Zustand der Kirche ist dramatisch. Es herrscht eine Kirchenverdrossenheit wie selten zuvor." Ein Ausweg ist für sie, mit der Zeit zu gehen, bunter und auch cooler werden. Sie muss sich vor allem auf die Ebene der wichtigsten Zielgruppe begeben: der Jugend. Denn ohne Nachwuchs wird sie aussterben. Ergo widmet Straub weite Teile ihres Buches der Frage, wie moderne Verkündigung aussehen kann und findet Antworten darauf nicht nur, aber eben auch bei den Sozialen Medien, die sie bei aller Skepsis für unerlässlich hält. Und warum nicht auch Anleihen bei Fußball und Konzerten nehmen?

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-30 10:05:54
Letzte Änderung am 2018-08-30 13:27:03


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