• vom 22.07.2011, 00:00 Uhr

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Update: 22.07.2011, 12:23 Uhr

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Susanne Wiegele: Fetzer und die Ordnung der Dinge




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Von Mathias Ziegler



Ein klassischer Krimi steht und fällt mit seinem Kommissar, oder mit seinem Ermittler - wie auch immer. Jedenfalls hat Susanne Wiegele mit ihrem Fetzer ein ganz besonderes Exemplar geschaffen: besessen von jeglicher Ordnung bis ins Krankhafte hinein, allzu sensibel und intelligent, sodass er der Realität nur noch mit Zynismus begegnen kann. Zwischenmenschliche Begegnungen werden da schnell zu Schimpfkanonaden oder zu bezahlten Intermezzi. Fetzer kennt sich aus mit den menschlichen Abgründen, sein Revier sind die Kleinkriminellen und das Rotlichtmilieu rund um den Wiener Naschmarkt. Dort muss er eine Serie von Morden aufklären, die Botschaften deuten, die der Mörder bei den Leichen hinterlassen hat, das Gemeinsame finden, das die Opfer verbindet. Und er übersieht dabei fast, dass der Mörder und er selbst gewisse Ähnlichkeiten aufweisen. "Die Geschöpfe dieser Erde sind ein Buch und ein Gemälde und ein Spiegel unseres Seins..." hinterlässt der Mörder bei seinen Opfern. Wien und seine Bewohner abseits von Nostalgie und Tourismus, das ist der Hintergrund der Geschichte, manchmal auch der Inhalt. Unterhaltsam bis brutal, witzig und sarkastisch, hoffentlich schreibt Susanne Wiegele noch mehr solche Geschichten. Man könnte sich daran gewöhnen.


Susanne Wiegele: Fetzer und die Ordnung der Dinge. echomedia; 19,80 Euro



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Dokument erstellt am 2011-07-20 22:08:04
Letzte Änderung am 2011-07-22 12:23:01



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