• vom 22.11.2015, 14:00 Uhr

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Von Andreas Wirthensohn

  • "Nirvana" von Adam Johnson



Nachts, wenn die düsteren Gedanken kommen, hört Charlotte über Kopfhörer Nirvana. Sie leidet am Guillain-Barré-Syndrom, einer Nervenkrankheit, bei der die vom Gehirn ausgesandten Impulse verenden, bevor sie bei den Muskeln ankommen. Und die Musik von Kurt Cobain, der sich einst mit einer Schrotflinte umbrachte, gibt ihr die Zuversicht, eine "Exit-Strategie" zu besitzen, wenn ihr Zustand nicht mehr zu ertragen sein sollte.

Der 1967 geborene Adam Johnson , der 2013 für seinen skurrilen Nordkorea-Roman "Das geraubte Leben der Waisen Jun Do" mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde, erzählt in diesen sechs Stories von Menschen, deren Gegenwart von Schmerz, Unglück oder den Geistern der Vergangenheit geprägt ist. Und die doch auf Erlösung hoffen, auf ihr persönliches, ganz bescheidenes "Nirvana".

Information

Adam Johnson
Nirvana
Stories. Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger. Suhrkamp, Berlin 2015, 266 Seiten, 20,60 Euro.


Johnsons Geschichten beschreiben einen weiten geographischen Bogen, der von den USA über die verflossene DDR bis nach Nordkorea reicht und in dem die Stasi ebenso ihren Platz hat wie futuristische Szenarien. Und sie beweisen aufs Schönste, dass niemand die Kunst der Story so gut beherrscht wie amerikanische Autoren.




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Dokument erstellt am 2015-11-20 15:32:05
Letzte Änderung am 2015-11-20 16:28:38



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